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Empirische Erfassung und Prädiktion von Datenschutz-Verhalten beim Onlineshopping

Märki, Heike :
Empirische Erfassung und Prädiktion von Datenschutz-Verhalten beim Onlineshopping.
Technische Universität, Darmstadt
[Ph.D. Thesis], (2019)

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Item Type: Ph.D. Thesis
Title: Empirische Erfassung und Prädiktion von Datenschutz-Verhalten beim Onlineshopping
Language: German
Abstract:

Personenbezogene Daten von Internetnutzern sind heutzutage ein begehrtes Gut. Aus der Erhebung, Sammlung und Speicherung dieser Daten können sich für die Nutzer unterschiedliche, auch negative Konsequenzen ergeben. Obwohl die Nutzer, wenn danach gefragt, um die Sicherheit ihrer Daten besorgt sind, lassen Nutzungsdaten von sozialen Netzwerken oder Umsatzzahlen bezüglich Onlineshopping daran zweifeln. Das Phänomen der Inkonsistenz zwischen Aussagen von Befragten zu ihrem Verhalten bezüglich des Datenschutzes wird in der Literatur privacy paradox genannt. Daraus ergibt sich für die Forschung in diesem Kontext die Notwendigkeit der Erfassung von tatsächlichem Verhalten, um haltbare Aussagen bezüglich Einflussfaktoren und daraus abgeleiteter Ansatzpunkte für potentielle Interventionen oder Unterstützungen machen zu können. Dabei muss der Schwierigkeit begegnet werden, das Verhalten von Nutzern in einer Risikosituation zu untersuchen, ohne diese einem tatsächlichen Risiko auszusetzen und trotzdem eine möglichst reale Situation zu schaffen. Initiales Ziel der Arbeit ist daher die Identifikation einer geeigneten Möglichkeit zur empirischen Erfassung tatsächlichen Datenschutz-Verhaltens beim Onlineshopping. Weitere Ziele stellen die Übersetzung des erfassten Verhaltens in aussagekräftige Daten und die Ermittlung signifikanter Prädiktoren dar. Zur notwendigen Operationalisierung des Konstruktes tatsächliches Datenschutz-Verhalten beim Onlineshopping wird im ersten Schritt eine Definition erarbeitet. Unter Zuhilfenahme einer Expertenbefragung werden die acht wichtigsten Hinweise identifiziert, die Nutzer auf den Seiten eines Webshops verwenden können, um sich ein Bild über den jeweiligen Umgang mit personenbezogenen Daten zu machen. Um im Rahmen einer Blickbewegungsanalyse quantifizieren zu können, inwieweit diese Hinweise genutzt werden, wird die Messgröße der Fixation im Rahmen dieser Arbeit definiert. Das entwickelte Studiendesign stellt die Grundlage für die Überprüfung eines Arbeitsmodells bezüglich potentieller Einflussgrößen auf tatsächliches Verhalten beim Onlineshopping dar. Eine explorative Studie führt zu ersten Erkenntnissen bezüglich möglicher Prädiktoren. Für eine Validierung wird das Arbeitsmodell angepasst und eine Validierungsstudie durchgeführt, deren Design dem der Explorationsstudie entspricht. Die Analyse der Blickbewegungen im Rahmen beider Studien zeigt, dass alle Hinweise insgesamt wenig zur Orientierung verwendet werden. Am häufigsten wird der Hinweis Shopname (URL) fixiert (23 von 73 Teilnehmern). Der höchste Wert für tatsächliches Verhalten beim Onlineshopping, der sich aus der Summe der betrachteten wichtigsten Hinweise errechnet, beträgt nur vier der acht möglichen. Das Alter der Teilnehmer kann als signifikanter Prädiktor nachgewiesen werden, der allerdings nur zu einem geringen Anteil an Varianzaufklärung führt. Der, auch im Rahmen dieser Studien nicht signifikante, Zusammenhang zwischen der erfragten Wahrscheinlichkeit für ein Verhalten und dem entsprechenden tatsächlichen Verhalten steht im Einklang mit den Erkenntnissen zum Privacy Paradoxon. Das beweist, dass die Intention im Rahmen von Datenschutz keinen akkuraten Prädiktor für tatsächliches Verhalten darstellt und bekräftigt die Notwendigkeit der empirischen Erfassung von tatsächlichem Verhalten für weitere Forschung in diesem Kontext. Das im Rahmen dieser Arbeit entstandene Untersuchungskonzept kann dem einen Rahmen geben und unmittelbar für weitere Untersuchungen verwendet werden, die das tatsächliche Datenschutz-Verhalten beim Onlineshopping als Variable beinhalten.

Alternative Abstract:
Alternative AbstractLanguage
Personal data from Internet users is a sought-after commodity today. The gathering, accumulation and storage of this data can have various negative consequences for users. While users, upon request, are concerned about the security of their data, social networking usage or online shopping sales figures raise doubts. The phenomenon of inconsistency between respondents' statements and their privacy behavior is called privacy paradox in the literature. Therefore, it is necessary for research in this context to record actual behavior in order to be able to make durable statements regarding influencing factors and potential interventions or support. Here, the difficulty of investigating the behavior of users in a risky and as realistic a situation as possible, without exposing them to an actual risk, must be addressed. The initial aim of the work is therefore to identify a suitable possibility to empirically record actual privacy behavior in online shopping. Further aims are the translation of the recorded behavior into relevant data and the determination of significant predictors. The first step is to develop a definition for the necessary operationalisation of the construct of actual data protection behavior in online shopping. With the help of an expert survey, the eight most important hints which users can use on the website of an online shop to gain an impression of the respective handling of personal data are identified. In order to be able to quantify the extent to which this information is used within an eye tracking analysis, the measure of fixation is defined within the framework of this work. The developed study design is the basis for the evaluation of a working model regarding potential influencing factors on actual behavior in online shopping. An explorative study leads to first findings regarding possible predictors. To validate these findings, the working model is adapted and a validation study is carried out, the design of which corresponds to that of the exploration study. The analysis of the eye-tracking patterns of both studies shows that very little use is made of all of the indications. The shop name (URL) is fixated most frequently (23 of 73 participants). The highest value for the variable of actual behavior in online shopping, which is the total amount of the most important indicators considered by the user, is only four out of eight. The age of the participants proved to be a significant predictor, which, however, only explains a small proportion of variance. The insignificant correlation between the probability of surveyed behavior and the corresponding actual behavior in this study is in line with the findings on the privacy paradox. This proves that intention is not an accurate predictor of actual behavior in the context of data protection and reinforces the necessity of empirically recording actual behavior for further research in this context. The research concept developed in the course of this work can provide a framework and be used directly for further research, which includes actual data protection behavior in online shopping as a variable.English
Place of Publication: Darmstadt
Classification DDC: 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 620 Ingenieurwissenschaften
Divisions: 16 Department of Mechanical Engineering > Ergonomics (IAD) > Vehicle Ergonomics
Date Deposited: 23 Aug 2019 13:16
Last Modified: 23 Aug 2019 13:16
URN: urn:nbn:de:tuda-tuprints-88727
Referees: Bruder, Prof. Dr. Ralph and Sutter, Prof. Dr. Christine
Refereed: 26 February 2019
URI: https://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/id/eprint/8872
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