Vorwort
Vorwort
Trotz der hier unterbreiteten Vorschläge zur Verbesserung kommunikativ-interkultureller Kompetenz im Fremdsprachenunterricht soll nicht vergessen werden, daß es im Unterricht nie ganz gelingen wird, die Komplexität und das Chaos des „wirklichen Lebens“ mit all seinen Verständnisfallen, Schwierigkeiten und Konflikten zu imitieren und die Lerner „realistisch“ vorzubereiten. Dies soll jedoch kein Anlaß zur resignierten Aufgabe solcher Bemühungen sein. Im Gegenteil, es soll vielmehr Anlaß zur Erinnerung daran sein, daß es ja kaum das Ziel von Unterricht sein kann, dem Alltagsleben und der Alltagskultur Konkurrenz zu machen. Besser ist es - und dies habe ich zu zeigen versucht - auf der Grundlage empirischer Forschungen und sich daraus ergebender Hypothesen bewußt, geplant und gesteuert vielfältige Möglichkeiten zum Erwerb kommunikativer-interkultureller Kompetenz bereitzustellen. Wenn es darüber hinaus gelingt, im Fremdsprachenunterricht „forschendes Lernen“ (in der Art, wie ich es hier angedeutet habe) zu ermöglichen, dann ist eine der besten Voraussetzungen für das heute mehr denn je notwendige lebenslange eigene Weiterlernen geschaffen. (Juliane House 1998)

