Gesprächsführung in der individuellen Sprachlernberatung
Gesprächsführung in der individuellen Sprachlernberatung
Individuelle Sprachlernberatung orientiert sich in Anlehnung an Rogers (1983, 1985) am Konzept der non-direktiven Beratung. Damit verbunden ist ein positives Menschenbild, wie man es z.B. auch in der humanistischen Psychologie findet. Der Lerner wird als Person angesehen, die prinzipiell in der Lage ist selbstständig zu handeln, über ihr Lernen zu reflektieren, dieses zu kontrollieren und weiter zu entwickeln (zu einer detaillierten Beschreibung elaborativ-prospektiver "Subjektmodelle" vgl. Grotjahn 2005). Da Autonomie im Sinne Holecs (1979) bei jedem Lerner graduell unterschiedlich ausgeprägt ist, nehme ich an, dass der Lerner durch individuelle Beratung beim Ausbau dieser Fähigkeit unterstützt werden kann. Ich gehe weiterhin davon aus, dass der Lerner die Lösung für seine Lernprobleme in sich trägt. Ein vorwiegend direktives Vorgehen der Beraterin würde die Entwicklungsmöglichkeiten des Lerners in Frage stellen und könnte dazu führen, dass der Lerner zu Vorgehensweisen gedrängt wird, die ihm eigentlich fremd sind. Da der Lerner die vereinbarten Wege schließlich selbst beschreiten muss, sollte er sich damit auch identifizieren können.

