Sollte korrektives Feedback „maßgeschneidert“ werden? Zur Berücksichtigung kontextueller und individueller Faktoren bei der mündlichen Fehlerkorrektur im Zweit-/ Fremdsprachenunterricht
Sollte korrektives Feedback „maßgeschneidert“ werden? Zur Berücksichtigung kontextueller und individueller Faktoren bei der mündlichen Fehlerkorrektur im Zweit-/ Fremdsprachenunterricht
Obwohl es mittlerweile weithin akzeptiert ist, dass mündliche Fehlerkorrektur dem Erwerb einer Zweit- bzw. Fremdsprache nützt, besteht Uneinigkeit darüber, wie die Korrekturen am effektivsten durchzuführen seien. In diesem Artikel werden der kognitiv-interaktionistische sowie der soziokulturelle Ansatz der Fremdsprachenforschung im Hinblick auf ihre theoretischen Positionen und empirischen Befunde zur Wirksamkeit korrektiven Feedbacks vorgestellt. Die Autoren vertreten die Auffassung, die Forschungsergebnisse des kognitiv-interaktionistischen Ansatzes untermauerten die Forderung der soziokulturellen Theorie, dass korrektives Feedback stets auf die kontextuellen und individuellen Bedingungen jeder konkreten Lernsituation „zugeschnitten“ werden sollte.
While it is widely accepted that oral corrective feedback promotes second language acquisition (SLA), there is still controversy about the question in which way the feedback should be provided. In this article the cognitive-interactionist as well as the sociocultural approach to SLA research are presented with respect to their theoretical positions and empirical findings concerning the effectiveness of oral corrective feedback. The authors argue that the results of the cognitive-interactionist research underpin the sociocultural theory’s claim that feedback should be finely tuned to the contextual and individual conditions of the specific learning situation.

