DaF (L3) via Englisch (L2) in Japan (L1): Attraktivitätsfaktoren und Erfolgsgaranten beim Deutschlernen in Japan
DaF (L3) via Englisch (L2) in Japan (L1): Attraktivitätsfaktoren und Erfolgsgaranten beim Deutschlernen in Japan
Dieser Beitrag versteht sich als Plädoyer für L2—i.d.R. Englisch—als Eselsbrückensprache im universitären L3 DaF-Unterricht in Japan, und zwar immer dort und dann, wenn L2-Vorwissen den Deutschlernenden den L3-Zugang und das -Verständnis erleichtert. Dabei geht es keineswegs darum, "isolierte Sprachbrocken aus dem Englischen als Verstehensinseln zu nutzen", sondern im Sinne einer systematisierten Mehrsprachendidatik aufgrund vorgängiger Spracherfahrungen synergetische Lerneffekte zu schaffen (Krumm 2003: 47; s. Literaturverzeichnis am Ende des Beitrags).
Nicht minder wichtig für einen u.a. Attraktivitätszuwachs des DaF-Unterrichts in Japan— und anderswo—erachte ich die das Rollenverständnis der Lehrkraft sowie die jeweils praktizierte Fremdsprachenlehrmethode. Da es aufgrund der geographischen Ferne des Zielsprachenlandes außerhalb des DaF-Unterrichts zwangsläufig an entsprechender Immersion im Lernerland mangelt, muss der deutsche Sprechanteil der Lerner im Unterricht erhöht werden. Dazu prädestiniert ist m.E. Jean-Pol Martins in höchstem Maße lernerinvolvierendes Lernen-durch-Lehren, das den Redeanteil der Lerner auf 80 Prozent zu steigern imstande ist, bei gleichzeitiger Reduzierung dessen der Lehrkraft auf 20 Prozent. Dass dies mit einer Neudefinierung der Lehrerrolle einhergeht, ist offensichtlich.

