Schwache Englischleistungen - woran liegt's? Glanz und Elend der Schule oder die Wirklichkeit des Fremdsprachenschülers
Schwache Englischleistungen - woran liegt's? Glanz und Elend der Schule oder die Wirklichkeit des Fremdsprachenschülers
In diesem recht provokanten Beitrag betreibt der unter KollegInnen hoch ange- sehene Autor Ursachenforschung für die teils erschreckend schwachen Englischleistun- gen an bundesdeutschen Schulen, die die kürzlich durchgeführte DESI-Lernstandser- hebung zutage gefördert hat. Dabei decken sich die aktuellen DESI-Ergebnisse größten- teils mit denen seiner eigenen vorgängigen Schülerbefragungen zur Qualität des Eng- lischunterrichts sowie denen aus autobiographischen Reflexionen seiner Anglistikstuden- tInnen zu deren Erfahrungen als EnglischlernerInnen. Für dieses Dilemma verantwortlich macht Butzkamm in der Hauptsache das defizitäre pädagogische sowie teilweise auch fremdsprachliche Ausbildungssystem, das angehende EnglischlehrerInnen in Deutschland durchlaufen. Nicht minder in der Verantwortung stehen die LehrerInnen selber, denen es - trotz positiver Gegenbeispiele - an lernermoti- vierender Persönlichkeit mangelt, so dass realiter ihren Schülern die anfängliche Freude am Englischlernen nachhaltig verleidet wird. Um eine Wende dieses Unterrichtsdebakels einzuleiten, bedarf es Butzkamm zufolge der Einführung und Umsetzung mehrerer Techniken im Unterricht, z.B.: die sogenannte Sandwich-Technik bei Lehrerbeiträgen, schülerseitiges Aufgreifen des muttersprachli- chen Ausdrucks und dessen Zurückspielen in der Fremdsprache, Verinnerlichung von classroom phrases, Gewöhnung an die Fremdsprache und zunehmendes Verweilen in der in ihr und - last but not least - muttersprachliche Spiegelung, d.h. kontrastiv-induktive Grammatikvermittlung der Zielsprache ohne Verwendung grammatischer Terminologie.

