The Market Ramp-Up of Renewable Hydrogen in Germany: The Case of the National Hydrogen Strategy as a Rule-Based Governance Network for Implementing Renewable Hydrogen
The Market Ramp-Up of Renewable Hydrogen in Germany: The Case of the National Hydrogen Strategy as a Rule-Based Governance Network for Implementing Renewable Hydrogen
Germany’s National Hydrogen Strategy (NHS), adopted in 2020, marks a significant institutional effort to accelerate the market ramp-up of renewable hydrogen across sectors. Despite its political significance, the particular governance structure behind the NHS has been largely overlooked. This dissertation explores the factors that contributed to its development as a rule-based governance network for implementing renewable hydrogen. Drawing on governance network theory, the study develops an explanatory framework based on four key variables: actors’ perceptions of the hydrogen innovation process, perceptions of the need to improve coordination, institutional design strategies, and intentions to reduce institutional uncertainty.
The dissertation empirically employs quantitative and qualitative content analysis through 19 expert interviews and analysis of official documents obtained via the Freedom of Information Act (IFG). It captures the institutional rules created by the NHS’s governance structure using Ostrom’s typology of institutional rules – position, boundary, authority, aggregation, scope, information, and pay-off – supplemented by network goals and network resources. The findings reveal that the NHS’s governance structure emerged as a rule-based governance network for implementing renewable hydrogen, resulting from efforts to address discrepancies in Technology Readiness Levels (TRLs) and coordination barriers across the hydrogen value chain during the pre-NHS period.
To address these shortcomings, actors intended to raise TRLs and improve coordination by involving both public and private actors that handle renewable hydrogen implementation throughout the entire hydrogen value chain, as well as institutionalize decision-making based on consensus. Additionally, the actors sought to build investor confidence in the future of renewable hydrogen by setting production targets and adopting a long-term funding strategy. They also intended to enhance knowledge sharing and learning by establishing an advisory board that encompasses all aspects of the hydrogen value chain and by implementing a monitoring system. As a result, the introduction of governance bodies, such as the State Secretaries’ Committee on Hydrogen, the National Hydrogen Council, and the Hydrogen Coordination Office, reflects an effort to institutionalize coordination, demonstrate political commitment, and reduce investment uncertainty. However, because the consultation process was characterized by incompatible institutional design strategies that led to compromises, especially regarding hydrogen pathways and what sectors to address, they do not directly explain why the NHS’s governance structure emerged as a rule-based governance network for implementing renewable hydrogen.
This study advances the literature on governance networks, policy coordination, and the implementation of renewable hydrogen by explaining how perceptions, intentions, and strategic design form governance networks. It also provides a deeper understanding of the NHS’s institutional origins, which is essential for addressing current implementation challenges in Germany’s hydrogen transition.
Die 2020 verabschiedete Nationale Wasserstoffstrategie (NWS) ist eine bedeutende institutionelle Initiative, um den Markthochlauf erneuerbaren Wasserstoffs in allen Sektoren zu beschleunigen. Trotz ihrer politischen Bedeutung wurde die spezifische Governance-Struktur hinter der NWS bislang weitgehend übersehen. Diese Dissertation untersucht die Faktoren, die zu ihrer Entwicklung als regelbasiertes Governance-Netzwerk zur Implementierung erneuerbaren Wasserstoffs beigetragen haben. Auf der Grundlage der Governance-Netzwerktheorie entwickelt die Studie einen Erklärungsrahmen, der auf vier Schlüsselvariablen basiert: der Wahrnehmung des Wasserstoff-Innovationsprozesses durch die Akteure, der Wahrnehmung der Notwendigkeit einer verbesserten Koordination, der Strategien zur institutionellen Gestaltung sowie der Absicht, institutionelle Unsicherheit zu verringern.
Die Dissertation stützt sich empirisch auf quantitative und qualitative Inhaltsanalysen, die auf 19 Experteninterviews sowie der Auswertung offizieller Dokumente basieren, die über das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) beschafft wurden. Sie erfasst die institutionellen Regeln, die durch die Governance-Struktur der NWS geschaffen wurden, unter Verwendung von Ostroms Typologie institutioneller Regeln – Position, Abgrenzung, Autorität, Aggregation, Geltungsbereich, Information und Auszahlung – ergänzt durch Netzwerkziele und Netzwerkressourcen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Governance-Struktur der NWS als regelbasiertes Governance-Netzwerk zur Implementierung erneuerbaren Wasserstoffs herausgebildet hat, das aus den Bemühungen hervorgegangen ist, Diskrepanzen bei den Technologie-Reifegraden (TRLs) und Koordinationsbarrieren entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette in der Zeit vor dem NWS zu beheben.
Um diese Mängel zu beheben, beabsichtigten die Akteure, die TRLs anzuheben und die Koordination zu verbessern, indem sie sowohl öffentliche als auch private Akteure einbezogen, die für die Implementierung erneuerbaren Wasserstoffs entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette zuständig sind, sowie die Entscheidungsfindung auf Konsensbasis zu institutionalisieren. Darüber hinaus strebten die Akteure danach, das Vertrauen der Investoren in die Zukunft erneuerbaren Wasserstoffs zu stärken, indem sie Produktionsziele festlegten und eine langfristige Finanzierungsstrategie verabschiedeten. Sie beabsichtigten zudem, den Wissensaustausch und das Lernen zu verbessern, indem sie einen Beirat einrichteten, der alle Aspekte der Wasserstoff-Wertschöpfungskette abdeckt, und ein Monitoring-System implementierten. Infolgedessen spiegelt die Einführung von Steuerungsgremien wie dem Staatssekretärsausschuss für Wasserstoff, dem Nationalen Wasserstoffrat und der Leitstelle das Bestreben wider, die Koordination zu institutionalisieren, politisches Engagement zu demonstrieren und Investitionsunsicherheiten zu verringern. Da der Konsultationsprozess jedoch durch unvereinbare Strategien zur institutionellen Gestaltung gekennzeichnet war, die zu Kompromissen führten – insbesondere hinsichtlich der Wasserstoffpfade und der zu berücksichtigenden Sektoren –, erklären diese nicht direkt, warum sich die Governance-Struktur der NWS als regelbasiertes Governance-Netzwerk zur Umsetzung von erneuerbarem Wasserstoff herausbildete.
Diese Studie leistet einen Beitrag zur Fachliteratur über Governance-Netzwerke, politische Koordinierung und die Implementierung erneuerbaren Wasserstoffs, indem sie erläutert, wie Wahrnehmungen, Absichten und strategische Gestaltung Governance-Netzwerke prägen. Zudem vermittelt sie ein tieferes Verständnis der institutionellen Ursprünge der NWS, welches für die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen bei der Implementierung des Wasserstoff-Markthochlaufs in Deutschland von entscheidender Bedeutung ist.

