Daniel Emmelius, Das Pomerium. Geschriebene Grenze des antiken Rom. (Studien zur Alten Geschichte, Bd. 30.) Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht 2021
Daniel Emmelius, Das Pomerium. Geschriebene Grenze des antiken Rom. (Studien zur Alten Geschichte, Bd. 30.) Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht 2021
Daniel Emmelius’ überarbeitete Bielefelder Dissertationsschrift ist ein Beitrag zur aktuellen Diskussion um römische Stadtgrenzen (zuletzt die Monographien von Saskia Stevens 2017, Michael Koortbojian 2020 und Susanne Froehlich 2022). Um es gleich vorwegzunehmen: An seinem Buch wird niemand vorbeikommen, der künftig mit der Thematik befasst ist. Emmelius zeigt auf, dass die grundsätzliche Widersprüchlichkeit der antiken Quellen zum stadtrömischen Pomerium bisher unzulässig außer Acht gelassen worden ist. Es gab bei den Römern keine einheitliche Vorstellung davon, was das Pomerium war und welchen Ursprung es hatte; selbst innerhalb ein und desselben Textes wird der Terminus mitunter in differenten Bedeutungen gebraucht. Eine gründliche Analyse der einschlägigen 30 Quellenbelege ergibt, dass das Pomerium in historischer Zeit keine maßgebliche sakrale Grenze zwischen Stadt und Umland oder zwischen zwei Bereichen domi und militae gewesen ist. In einer Neubewertung des Materials schlägt Emmelius vor, den antiquarischen Diskurs als Akt des „Schreibens“ einer Grenze aufzufassen.
