Einsatz von Digital Storytelling im herkunftssprachlichen Russischunterricht an einer Samstagsschule
Einsatz von Digital Storytelling im herkunftssprachlichen Russischunterricht an einer Samstagsschule
Der Umgang mit literarischen Texten im herkunftssprachlichen Unterricht ist im Bereich von Heritage Language Acquisition bisher nur selten ein primärer Forschungsgegenstand. Zugleich wird in der Literaturdidaktik zunehmend häufiger die Methode des Digital Storytelling (DST) angewandt, die in vielerlei Hinsicht Vorteile für SprachlernerInnen bieten kann (vgl. Matz/Wilden 2016; Owczarek2018), von denen auch HerkunftssprecherInnen u.a. im Sinne eines produktionsorientierten Umgangs mit Literatur profitieren können (vgl. Brehmer/Mehlhorn 2018: 88). In diesem Beitrag berichten wir über den Einsatz von DST im Rahmen eines Projekts an einer außerschulischen Bildungseinrichtung für Schülerinnen und Schüler (SuS) mit russischsprachigem Hintergrund. Dabei erstellten fünf SuS im Alter von 11 bis 12 Jahren auf Grundlage einer Kurzgeschichte insgesamt zwei Digital Stories. Das Projekt hatte zum Ziel, u.a. motivationale Aspekte, die wahrgenommene Selbstwirksamkeit und die Einstellungen zur Arbeit mit literarischen Texten zu untersuchen sowie die Methode des DST in der Praxis zu erproben und deren Einsatz zu evaluieren. Dafür wurden im Sinne der Aktionsforschung (vgl. Boeckmann 2016) Daten mithilfe von teilnehmenden Beobachtungen, Interviews und Fragebögen erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass DST ein vielversprechendes Instrument für die Arbeit mit Literatur im herkunftssprachlichen Russischunterricht darstellt, u.a. zur Förderung des Textverständnisses und zur Verknüpfung der Bereiche Literatur und Digitalisierung. Anhand der erhobenen Daten werden Vorschläge für die Implementierung von DST in herkunftssprachlichen Lerngruppen gemacht.
The use of literary texts in heritage language teaching has rarely been aprimary research topic in the field of heritage language acquisition. At the same time, the method of digital storytelling (DST) is being used increasingly in literature didactics, since it can offer advantages for language learners in many respects (cf. Matz/Wilden 2016; Owczarek 2018), from which heritage speakers can benefit as well, among other things, in the sense of a production-oriented approach to literature (cf. Brehmer/Mehlhorn 2018: 88). In this paper, we report on the use of DST in the context of a project at an extracurricular educational institution for children with a Russian-speaking background. In this project, five students aged 11 to 12 created a total of two digital stories based on a short story. The project aimed to investigate motivational aspects, perceived self-efficacy, and attitudes towards working with literary texts, as well as to test the DST method in practice and to evaluate its use. For this purpose, data were collected in the sense of action research (cf. Boeckmann 2016) with the help of participant observations, interviews, and questionnaires. The results suggest, that DST is a promising tool for working with literature in heritage language Russian classes, including promoting text comprehension and linking the fields of literature and digitalization. Based on the data, suggestions are made for the implementation of DST in heritage language learning groups.

