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Policy Analysis in Heterogeneous Agent Economies

Akyol, Metin :
Policy Analysis in Heterogeneous Agent Economies.
Technische Universität, Darmstadt
[Ph.D. Thesis], (2016)

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Item Type: Ph.D. Thesis
Title: Policy Analysis in Heterogeneous Agent Economies
Language: English
Abstract:

In this dissertation I provide an evaluation of three policy proposals for the areas of education, gender inequality, and social networks. All three areas are of high relevance in the context of labor market economics and the research in this area is an important tool in order to provide better economic outcomes for individuals. In order to account for the complexities of the possible effects I employed the methodological approach of Agent-based models for all three policies.

I first looked into the possible effects of an educational voucher that is meant to alleviate the inferior educational outcomes of students from low income families who are forced to default into low performing public schools while increasing the competitive pressure on public schools. I show that initial concerns that the policy might lead to "cream skimming" over the group of public schools are not unsubstantiated and the universal voucher would not lead to unequivocal welfare gains. The vouchers increase the number of students who are actually able to choose their preferred school, thereby leaving the public schools no other choice than increasing their educational expenditure to attract more students or prevent current students from leaving. Meanwhile, due to the positive correlation between ability and preference for higher quality schools, the group of students most likely to leave public schools for private schools are high ability students, thus decreasing the welfare gains from the increased public school expenditure due to a lower mean ability. As an alternative, I analyze the effect of so called target vouchers, which are a function of student ability and show that these would allow to reap the benefits of higher competition while avoiding the "cream skimming" effect. These results indicate that the effects of a voucher based school are highly dependent on the particular voucher design and any implementation needs to take potential detrimental effects into account.

Furthermore, I analyze an alternative policy instrument to the fixed gender quota for the boards of publicly listed companies as it was recently introduced in Germany (as of 2016) and Norway (since 2003). As the case of Norway suggested, the fixed quota can lead to large negative effects for the targeted companies due the difficulties of filling positions with qualified women. Due to the heterogeneous labor supply of women across sector, some firms find it particularly difficult to fulfill the quota. For this reason, a more flexible policy is required. I evaluate such an alternative policy, namely a tradable quota, that would provide companies with certificates that entitle them to hire men. This would avoid exposing firms to a fixed gender ratio and rather offer them to fill their positions based on the number of certificates they own. Companies with more men, could then buy certificates from companies that hire more women. Using a computational model, the chapter demonstrates that a tradable quota is a superior alternative (in terms of welfare) that would allow to achieve the same aggregate ratio of women to men at much lower adjustment costs to firms.

In the last chapter, I demonstrate the effects of labor market subsidy that takes the network structure that potential beneficiaries of the policy are embedded in, into account. In the analysis, I employ a setting in which individuals maximize intertemporal utility by choosing between consumption today and investment into their education. Hereby, the model takes into account potential externalities introduced by the peers of each individual. That is, each agent profits from the educational investment of their peers and vice versa. Using this setting I demonstrate how a policy that takes the network structure into account by targeting the most central agents can lead to an ambiguous effect. While potential spill-over effects on non-treated individuals are maximized through this strategy, inequality increases as individuals in the periphery of the network fall further behind through this approach. These finding are in contrast to similar studies who argue unequivocally in favor of targeting the central agents when it comes to breaking up crime networks. Instead, for such a "positive" labor market policy the effects on the overall group of agents are not as clear and indicate that a careful design of such a policy is necessary.

Alternative Abstract:
Alternative AbstractLanguage
In dieser Dissertation werden in drei Kapiteln unterschiedliche Politikinstrumente hinsichtlich ihrer Effekte auf Ungleichheit und Effizienz untersucht. Allen drei Kapiteln ist gemein, dass unter der Verwendung von sogenannten Agenten-Basierten Modellen untersucht wird, wie sich das Verhalten der individuuellen Akteure im Modell durch die Politikmaßnahme verändert und welche Effekte sich hieraus auf das Einkommen, Arbeitslosigkeit und Schulbildung ergeben. Im ersten Kapitel wird untersucht, welche Effekte sich aus der Einführung von Bildungsgutscheinen auf den Bildungssektor ergeben würden. Das Konzept der Bildungsgutscheine ist ein Vorschlag zur Reform des Bildungssystems. Hierbei soll zunächst Familien aus niedrigeren Einkommensschichten, denen häufig nur der Besuch von öffentlichen Schulen möglich ist, der Besuch von besseren (und kostenpflichtigen) Schulen ermöglicht werden. Der hierdurch entstehende Schwund an Schülern auf öffentlichen Schulen soll dann Anreize für diese schaffen, das Leistungsspektrum zu erweitern und ihre Performanz zu verbessern. Da empirische Evidenz in diesem Zusammenhang nur begrenzt zur Verfügung steht, kommt theoretischen Modellen hierbei eine wichtige Rolle zu. Hierfür wird ein Agenten-Basiertes Modell eines Schulbezirks verwendet, der aus privaten (kostenpflichtigen) und öffentlichen (kostenfreien) Schulen besteht. Weiterhin wird eine Einkommensverteilung verwendet bei der die Kosten für die privaten Schulen nur von einem bestimmten Teil der Familien übernommen werden kann, während der andere Teil nur die öffentlichen Schulen besuchen kann. Die Einführung der Bildungsgutscheine hat hierbei zunächst die erwünschte Wirkung auf Schüler aus Familien mit niedrigem Einkommen, dahingehend, dass diese Gruppe nun vermehrt auf private Schulen ausweichen kann. Gleichzeitig wird der erwünschte Effekt auf öffentliche Schulen erreicht, da diese nun aufgrund der erhöhten Konkurrenzdrucks durch private Schulen ihre Performanz verbessern. Allerdings ergibt sich nun auch ein negativer Begleiteffekt. Da es zu einem großen Teil die höher begabten Studenten sind, die den Wechsel auf bessere Schulen vollziehen, kommt es zu einem Rückgang des allgemeinen Niveaus der Studenten in den öffentlichen Schulen. Vor diesem Hintergrund, wird eine weitere alternative Form der Bildungsgutscheine untersucht, die in Abhängigkeit der Fähigkeiten der Studenten vergeben werden. Hierbei ist der Betrag den Schüler in Form eines Gutscheins erhalten negativ mit ihren Fähigkeiten korreliert. In dieser alternativen Variante gelingt es die positiven Resultate aus dem ersten Fall beizubehalten und die negativen Effekte in Form ein Schwunds von Talenten auf den öffentlichen Schulen zu vermeiden. Die Resultate verdeutlichen, dass eine Einführung von Bildungsgutscheinen mit Vorsicht implementiert werden muss, da die Resultate nicht zwangsläufig immer die positiven Effekte hervorbringen, die erwartet werden. Im zweiten Kapitel wird eine alternative Politik zu dem kürzlich in Deutschland beschlossenen Gesetz zur fixen Geschlechterquote in Aufsichtsräten (Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen) vorgeschlagen und auf ihre Effektivität untersucht. Grundlage für das eingeführte Gesetz ist der niedrigere Anteil an Frauen in Führungspositionen, der durch einen fest vorgeschriebenen Anteil von 30% erhöht werden soll. Eine ähnliche Quotenregelung für börsennotierte Unternehmen wurde 2012 bereits in Norwegen eingeführt und empirische Studien hierzu finden eine Reihe von negativen wirtschaftlichen Effekten auf die betroffenen Unternehmen. Ein Erklärungsansatz hierfür ist, die Schwierigkeit die Positionen mit qualifizierten Frauen zu besetzen. Da aufgrund eine heterogenen Verteilung von Frauen über verschiedene Sektoren, einige Firmen besonders stark von einem Mangel an qualifizierten weiblichen Nachwuchskräften betroffen sind, ergibt sich ein derartiger negativer Effekt. An dieser Stelle setzt der alternative Politikvorschlag der handelbaren Quote an. Hierbei soll ähnlich zu dem Handel mit CO2-Zertifikaten (bei dem Unternehmen ebenfalls aufgrund unterschiedlichen technischen Voraussetzungen von einer fixen Emmissionsquote unterschiedlich stark betroffen sind) ein Handel an Zertifikaten für die Anstellung von Männern eingeführt werden, der es den Unternehmen ermöglicht, flexibel auf die Anforderung zu reagieren. Speziell soll hierbei anstatt einer fixen Quote, jedem Unternehmen ein Anteil an Zertifikaten zugeteilt werden, die erlauben Männer einzustellen. Falls das Unternehmen plant, mehr Männer einzustellen, als es Zertifikate besitzt, kann es diese von anderen Firmen erwerben. Gleichzeitig, können Firmen, die über einen niedrigen Anteil an Männern verfügen, als Anbieter von den nicht verwendeten Zertifikaten auf dem Markt auftreten. Im Rahmen eines Agenten-Basierten Modells werden hierfür die möglichen Effekte simuliert. Hierbei wird gezeigt, dass die handelbare Quote ein geeignetes Mittel ist um das Ziel eines höheren Anteils von Frauen in Führungspositionen auf volkswirtschaftlicher Ebene zu erreichen mit niedrigeren Anpassungskosten durch die Firmen. Im dritten Kapitel wird schließlich untersucht, inwiefern es möglich und sinnvoll ist, Netzwerkstrukturen auf dem Arbeitsmarkt bei der Verteilung von Bildungsmaßnahmen und Job-Trainingsprogrammen zu berücksichtigen. Hierbei wird zunächst in einem Arbeitsmarktmodell in dem Individuen sich zwischen Konsum und Bildungsausgaben entscheiden, angenommen, dass die Agenten im Modell von ihren Kontakten im Netzwerk bei dieser Entscheidung beeinflusst werden. Insbesondere wird angenommen, dass positive Komplementaritäten bestehen, d.h. einzelne Individuen profitieren von den Bildungsinvestitionen ihrer Kontakte im Netzwerk (bspw. in Form von Empfehlungen auf freie Stellen usw.). Die Motivation hierbei ist bei der Bereitstellung von Job-Trainingsmaßnahmen für besonders zentrale bzw. einflussreiche Individuen (gemessen z.B. an der Anzahl der Kontakte bzw. an der Position im Netzwerk), von möglichen positiven Effekten auf die Kontakte eines Individuums zu profitieren, die sich dadurch ergeben, dass andere Individuen sich in ihrem Verhalten bezüglich Bildungsentscheidungen an ihren Kontakten im Netzwerk orientieren und dann ebenfalls mehr Geld für die Bildung investieren. Gleichzeitig wird untersucht, ob es durch eine derartige Bereitstellung für besonders zentrale Individuen zu einer Vernachlässigung der Agenten in der Peripherie des Netzwerks kommt und diese möglicherweise weiter zurückfallen und damit die Ungleichheit ansteigt. Die Fragestellung wird in einem Agenten-Basierten Modell simuliert. Zunächst kann der Effekt auf das gesamte Netzwerk durch ein Bereitstellung des Bildungsgutscheins auf zentrale Weise erhöht werden (gemessen durch aggregierte Wohlfahrt). Gleichzeitig kommt es jedoch zu einer erhöhten Ungleichheit durch eine derartige Bereitstellung, da sich die positiven Effekte auf das Zentrum des Netzwerks konzentrieren, während die Peripherie des Netzwerks weiter zurückfällt.German
Place of Publication: Darmstadt
Classification DDC: 300 Sozialwissenschaften > 330 Wirtschaft
Divisions: 01 Law and Economics > Volkswirtschaftliche Fachgebiete
01 Law and Economics > Volkswirtschaftliche Fachgebiete > Fachgebiet Finanzwissenschaft und Wirtschaftspolitik
Date Deposited: 01 Nov 2016 10:53
Last Modified: 01 Nov 2016 10:53
URN: urn:nbn:de:tuda-tuprints-57272
Referees: Michael, Prof. Dr. Neugart and Jens, Prof. Dr. Krüger
Refereed: 20 October 2016
URI: http://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/id/eprint/5727
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