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<journal-title>Zeitschrift Korpora Deutsch als Fremdsprache</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<article-id pub-id-type="doi">10.48694/tujournals-3727</article-id>
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<subject>Non-thematic articles</subject>
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<article-title>ADJEKTIVE IN BILDBESCHREIBUNGEN. Eine korpuslinguistische Untersuchung zum Adjektivgebrauch von bilingual und monolingual aufwachsenden Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern</article-title>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Rheinland-Pf&#228;lzische Technische Universit&#228;t Kaiserslautern-Landau</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2023-07-24">
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<abstract>
<p>Im vorliegenden Beitrag werden schriftliche Bildbeschreibungen von monolingual und bilingual aufwachsenden Sch&#252;ler*innen der dritten bis sechsten Klasse (N = 288) hinsichtlich ihres Adjektivgebrauchs untersucht. Deskriptiv zeigt sich, dass monolinguale Sch&#252;ler*innen mehr Adjektive in der Freitextproduktion verwenden als bilinguale Sch&#252;ler*innen. Mit Ausnahme der pr&#228;dikativen und wertenden Adjektive, die pr&#228;dikativ und attributiv vorkommen, zeigt sich ein vermehrter Adjektivgebrauch bei monolingual Lernenden im Vergleich zu bilingual Lernenden. F&#252;r die pr&#228;dikativen Adjektive zeigen sich keine signifikanten Unterschiede; f&#252;r die wertenden Adjektive zeigt sich ein Mehrgebrauch der bilingualen Sch&#252;ler*innen. Die gefundenen Effekte k&#246;nnen als klein bis mittel klassifiziert werden. Es zeigt sich keine Evidenz f&#252;r das Vorliegen einer Interaktion zwischen Spracherwerb und Klassenstufe in der Verwendung attributiver und wertender Adjektive. Die Auswertung liefert wichtige Erkenntnisse zum Sprachaneignungsprozess von Adjektiven und zeigt schulischen Handlungsbedarf auf.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p>In the present article, monolingual and bilingual students&#8217; (N = 288) use of adjectives in written picture descriptions was examined. We found that the monolingual students used more adjectives in free text production than the bilingual students. With the exception of predicative and evaluative adjectives, monolingual learners used more adjectives than bilingual learners. For the predicative adjectives, there were no significant differences; evaluative adjectives were used more frequently by bilingual students. Small to medium effect sizes were found. There was no evidence for an interaction between language acquisition and grade level in the use of attributive and evaluative adjectives. The study provides important insights into the acquisition process of adjectives and shows the need for action at school.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>Adjektivgebrauch</kwd>
<kwd>Bildbeschreibung</kwd>
<kwd>wertende Adjektive</kwd>
<kwd>attributive Adjektive</kwd>
<kwd>pr&#228;dikative Adjektive</kwd>
<kwd>adverbiale Adjektive</kwd>
</kwd-group>
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<kwd>adjective use</kwd>
<kwd>picture description</kwd>
<kwd>evaluative adjectives</kwd>
<kwd>attributive adjectives</kwd>
<kwd>predicative adjectives</kwd>
<kwd>adverbial adjectives</kwd>
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<sec>
<title>1. Einleitung</title>
<p>Im Projekt <italic>Beschreiben als Grundlage sprachlichen Handelns im Deutschunterricht</italic> (<italic>BespraH Deutsch</italic>)<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> wird untersucht, wie die sprachliche Ausgestaltung von Bildbeschreibungen auf unterschiedlichen Ebenen (siehe <xref ref-type="fig" rid="F1">Abbildung 1</xref>) &#252;ber verschiedene Jahrgangsstufen und Schulformen verl&#228;uft. Der Fokus liegt auf einzelnen sprachlichen Erscheinungen und Elementen wie z.B. der Einbettungstiefe von Nebens&#228;tzen, dem Gebrauch von Adjektiven oder auch der Themenentfaltungsstruktur usw., sodass Bildbeschreibungen auf verschiedenen Ebenen sprachlich untersucht werden, wobei &#220;berschneidungen nat&#252;rlich nicht ausgeschlossen sind:</p>
<fig id="F1">
<label>Abbildung 1</label>
<caption>
<p>Analyseebenen des Projekts <italic>BespraH Deutsch</italic></p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3727_kellermann-g1.png"/>
</fig>
<p>In der schulischen Vermittlung ist das Beschreiben eine zentrale Sprachhandlung und wird eigens als Textsorte aufgef&#252;hrt, auch wenn das aus textlinguistischer Perspektive anders gehandelt wird. In der Textlinguistik gelten Beschreibungen nicht als eigenst&#228;ndige Textsorte, da Textsorten konventionelle Muster sprachlicher Handlungen sind (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Fandrych / Thurmair 2011: 16</xref>). Adamzik (<xref ref-type="bibr" rid="B3">2008: 164</xref>) betont, dass die Funktion und die kommunikative Absicht Texte charakterisieren. Beschreibungen w&#228;ren demnach nicht auf Ebene der Textsorten anzusiedeln, sondern stellen vielmehr eine informierende und deskriptive Sprachhandlung dar (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Brinker et al. 2018: 60ff.</xref>).</p>
<p>Demgegen&#252;ber werden in der Schule Beschreibungen als schulische Textsorten thematisiert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B31">Klotz 2013: 55</xref>). Bereits in der Primarstufe werden Personen- oder Bildbeschreibungen vermittelt und in der Sekundarstufe I weitergef&#252;hrt. Aus didaktischer Perspektive gehen diese schulischen Beschreibungen meist mit weiteren Zielstellungen einher: Anhand von Beschreibungen sollen Sch&#252;ler*innen bspw. den Ausbau der Nominalphrasen &#252;ben. Gerade Adjektive stellen eine besonders frequent auftretende Wortart in Beschreibungen dar, weil sie im Zusammenspiel mit Referenten, also durch Kombination und Verkn&#252;pfung mit Nomen, den Bezugsreferenten spezifizieren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B31">Klotz 2013: 138</xref>) und somit in Bild- und Personenbeschreibungen eine zentrale Rolle einnehmen, da sie a) aus funktionaler Perspektive besonders dazu geeignet sind, Referenten zu attribuieren und konkretisieren, b) &#252;ber Kompositionen morphologische Eigenschaften einge&#252;bt werden k&#246;nnen und c) Wortschatzaufbau betrieben werden kann. Wie der Gebrauch von Adjektiven in Bildbeschreibungen bei monolingual und bilingual lernenden Primarstufensch&#252;ler*innen und Sekundarsch&#252;ler*innen verl&#228;uft und ob es Unterschiede zwischen den Lernenden gibt, wird im folgenden Artikel beleuchtet.</p>
</sec>
<sec>
<title>2. Theorie</title>
<sec>
<title>2.1 Beschreibungen in der schulischen Vermittlung</title>
<p>Beschreiben ist eine zentrale Sprachhandlung, mit der informiert oder instruiert werden soll. In der Linguistik gelten Beschreibungen nicht als eigenst&#228;ndige Textsorten, da Textsorten &#252;bereinstimmende Merkmale aufweisen, die sich historisch entwickelt haben und bestimmte kommunikative Funktionen erf&#252;llen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Adamzik 2008: 145ff.</xref>). In der Schule werden sie jedoch als schulische Textsorte behandelt. Sie werden bereits in der Primarstufe eingef&#252;hrt, was man bspw. im Bildungsplan f&#252;r Baden-W&#252;rttemberg sieht. Dort hei&#223;t es f&#252;r die Jahrgangsstufe drei bis vier, dass Sch&#252;ler*innen neben erz&#228;hlenden Texten auch informierende Texte (z.B. Beschreibungen) adressat*innengerecht verfassen sollen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B32">KMK 2016a: 24</xref>). F&#252;r die Sekundarstufe I werden Beschreibungen weiter konkretisiert, indem unter zentralen Schreibformen Gegenstands-, Personen- und Vorgangsbeschreibungen aufgelistet werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">KMK 2016b: 25</xref>).</p>
<p>Sie werden f&#252;r sachbetonte Informationsvermittlungen verwendet (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B31">Klotz 2013: 165</xref>). H&#228;ufig hei&#223;t es, dass Beschreibungen neutral und sachlich geschrieben und Bewertungen ausgenommen werden sollen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B31">Klotz 2013: 169</xref>). Neben dem schulischen Vorkommen als Textsorte, k&#246;nnen Beschreibungen auch auf Satz- und Teiltextebene auftreten, sodass sie in verschiedene komplexere Sprachhandlungen integriert sind wie z.B. in Er&#246;rterungen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Heinemann / Heinemann 2002</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B16">Feilke 2005</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B14">Fandrych / Thurmair 2011</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B10">Brinker et al. 2018</xref>). Die Studie von Lauer (<xref ref-type="bibr" rid="B37">1985: 120</xref>) weist frequenzanalytisch f&#252;r englischsprachige Lehrbuchtexte nach, dass Beschreibungen bzw. beschreibende Sprachhandlungen dominieren, was daran liegt, dass beschreibende Sprachhandlungen als &#8222;Sprungbrett&#8220; f&#252;r Sprachhandlungen wie z.B. Erl&#228;uterungen, Wertungen etc. dienen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B25">Iluk / Witosz 1998: 33f</xref>.). Michalak, Lemke und Goeke (<xref ref-type="bibr" rid="B42">2014: 136</xref>) geben einen &#220;berblick &#252;ber verschiedene schulische Textmuster und fassen unter <italic>Modalit&#228;t der Themenentfaltung</italic> deskriptive Sprachhandlungen, die in nahezu allen Textmustern zu finden sind. Janle (<xref ref-type="bibr" rid="B27">2009: 79</xref>) unterscheidet zwischen a) eigenst&#228;ndigen Beschreibungen mit informierender, normierender und instruierender Funktion, b) voraussetzungsschaffenden Beschreibungen mit dem Ziel des Appells oder der Persuasion usw. und Dominanz auf der wahrnehmungssteuernden Funktion und c) ausgestaltenden Beschreibungen mit einer poetisch unterst&#252;tzenden Funktion und der Anreicherung und Wahrnehmungssteuerung dienen, wobei b) und c) unter eingelagerte Beschreibungen subsumiert werden. Wie man an der Klassifikation von Janle (<xref ref-type="bibr" rid="B27">2009: 79</xref>) erkennt, werden in Bezug auf Beschreibungen vor allem eigenst&#228;ndige Beschreibungen mit informierendem, normierendem und instruierendem Charakter in der Schule vermittelt, die sich gleichzeitig mit verschiedenen didaktischen Zielsetzungen verbinden und hochgradig deskriptiv sind. F&#252;r die Grundschule gilt z.B., dass mithilfe von (Personen-)Beschreibungen Attribuierungen und Modifikationen durch Adjektive ge&#252;bt werden, da attributive Adjektive besonders zur referentiellen Eingrenzung geeignet sind (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B53">Selmani 2020: 7</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>2.2 Prototypische syntaktische Funktionen von Adjektiven</title>
<p>Adjektive kommen in verschiedenen syntaktischen Funktionen vor, wobei drei von ihnen prototypisch (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B8">Boettcher 2009: 118</xref>) und f&#252;r die vorliegende Studie relevant sind:</p>
<p>Attributive Funktion: Der Begriff des Attributs ist ein grammatischer Terminus, der im Sinne der Beif&#252;gung zu einem nominalen Kern verstanden wird und unterschiedliche Gr&#246;&#223;e und Komplexit&#228;t aufweisen kann. Attribute dienen dazu, den nominalen Kern n&#228;her zu spezifizieren und k&#246;nnen sich links oder (selten) rechts des nominalen Kerns anschlie&#223;en (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B15">Fandrych et al. 2021: 8</xref>). Adjektive in attributiver Funktion bilden mit dem Nomen ein komplexes Nomen und sind kategorienerhaltend (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B56">Zifonun / Hoffmann / Strecker 1997: 1997</xref>). Sie stehen zwischen Nomen und, falls vorhanden, Artikel. Sie kongruieren in Kasus, Numerus und Genus mit dem Nomen. Attributiv verwendete Adjektive sind das &#8222;h&#228;ufigste und zudem das variationsreichste Vorfeldattribut&#8220; (Kr&#252;ger 2018: 333). Sie bilden mit dem Artikel und Nomen die Nominalphrase und k&#246;nnen sowohl links, z.B. <italic>das schnelle Auto</italic>, als auch weitaus seltener rechts, wie in <italic>Forelle blau</italic>, des nominalen Kerns auftreten und diesen ausbauen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B26">Imo 2016: 78</xref>). Treten Adjektive linksversetzt vom Nomen auf, l&#228;sst sich eine Rangfolge bei Adjektivreihungen erkennen. Zifonun, Strecker und Hoffmann (<xref ref-type="bibr" rid="B56">1997: 2071</xref>) gehen beispielsweise von der Reihenfolge quantifikative Adjektive <inline-graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3727_kellermann-g5.png"/> r&#228;umlich/zeitlich situierende Adjektive <inline-graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3727_kellermann-g5.png"/> klassifizierende Adjektive <inline-graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3727_kellermann-g5.png"/> Herkunftsadjektive aus und beziehen sich auf folgendes Beispiel: <italic>drei biedermeierliche sch&#246;ne rote seidene Blusen</italic>. Demgegen&#252;ber schl&#228;gt Wiese (<xref ref-type="bibr" rid="B54">2004: 5</xref>) in Anlehnung an Eichinger (<xref ref-type="bibr" rid="B13">1991: 327</xref>) eine Dreiteilung der Adjektivreihung (Artikelklassifikatoren <inline-graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3727_kellermann-g5.png"/> Qualifikativa <inline-graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3727_kellermann-g5.png"/> Nominalklassifikatoren) vor, was mit folgender Abbildung veranschaulicht werden soll:</p>
<fig id="F2">
<label>Abbildung 2</label>
<caption>
<p>Adjektivklassifikation, leicht modifiziert in Anlehnung an Wiese (<xref ref-type="bibr" rid="B54">2004: 5</xref>)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3727_kellermann-g2.png"/>
</fig>
<p>Anhand der Reihenfolge zeigt sich a), dass Adjektive unterschiedlich klassifiziert werden und b), dass sich Adjektive in einer Reihung von Adjektiven rechts, mittig oder links positionieren lassen: Es gibt Adjektive, die sich in der Position artikel&#228;hnlich verhalten (bspw. <italic>andere, drei</italic> usw.), Adjektive, die von einem nominalen Kern abgeleitet wurden (bspw. <italic>h&#246;lzern</italic> usw.) und in der Nominalphrase n&#228;her am Nomen stehen und solche, die sich zwischen den beiden Kategorien befinden wie die evaluierenden und klassifizierenden Adjektive (bspw. <italic>sch&#246;n, blau</italic> usw.) (vgl. Kr&#252;ger 2018: 335). Interessant an dem Modell der Abfolge ist, dass sich ein Kontinuum &#246;ffnen l&#228;sst, welches sich einerseits vom referentiellen Ursprung der Nominalphrase (NP) oder andererseits vom lexikalischen Punkt oder mittig verorten l&#228;sst. Je n&#228;her ein Adjektiv am Nomen steht z.B. in die <italic>spanische Grippe</italic>, umso eher wird ein Gesamtkonzept bezeichnet und je weiter es vom Nomen entfernt ist, umso eher sind nur noch Reste des Gesamtkonzeptes zu erkennen, was sich besonders bei dimensionalen und bewertenden Adjektiven zeigt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Adam / Schecker 2011: 163ff</xref>.). Links stehen vor allem Subjekt-bezogene Adjektive semantischer Klassen mit durchaus intersubjektivem Geltungsanspruch z.B. <italic>die <underline>oben angesprochenen</underline> Kritikpunkte</italic>,<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> die nach rechtshin abnehmen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Adam / Schecker 2011: 165</xref>). Attributive Adjektive sind st&#228;rker in den Satz integriert als pr&#228;dikative Adjektive, was die Komplexit&#228;t des Satzes erh&#246;ht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">Kleinschmidt-Schinke 2020: 100</xref>; hierzu auch <xref ref-type="bibr" rid="B7">Bl&#252;hdorn / Foschi Albert 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B15">Fandrych / Thurmair 2021</xref>). Gerade in Personen- oder auch in Bildbeschreibungen ist davon auszugehen, dass attributive Adjektive h&#228;ufig vorkommen, weil sich mit ihnen besonders gut anschaulich beschreiben l&#228;sst.</p>
<p>Pr&#228;dikative Funktion: Adjektive in pr&#228;dikativer Funktion sind Erg&#228;nzungen zu sog. Kopulaverben (<italic>sein, werden, bleiben</italic>) oder anderen Verben, die entweder eine Valenzgebundenheit der Adjektive verlangt (<italic>Sie kommt mir bekannt vor</italic>) oder eine valenzgebundene Pr&#228;positional- oder Konjunktionalerg&#228;nzung mit adjektivischer Realisierung bedingt (<italic>Ich halte dich f&#252;r unzuverl&#228;ssig</italic>). Im Gegensatz zu attributiven Adjektiven werden pr&#228;dikativ verwendete Adjektive nicht flektiert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B8">Boettcher 2009: 118</xref>). Werden Adjektive pr&#228;dikativ verwendet, kommt es zu einer &#220;berdeckung der Zust&#228;ndigkeit von Verb und Adjektiv in der Pr&#228;dikation gegen&#252;ber Vorg&#228;ngen und weniger gegen&#252;ber Eigenschaften (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Baumann 2018: 221</xref>). In Bezug auf Bildbeschreibungen ist davon auszugehen, dass pr&#228;dikativ verwendete Adjektive vorkommen, jedoch weniger geeignet sind, detailliert zu beschreiben.</p>
<p>Adverbiale Funktion: Adjektive in adverbialer Funktion werden, wie auch Adjektive in pr&#228;dikativer Funktion, nicht flektiert. Sie pr&#228;dizieren den ge&#228;u&#223;erten Gesamtvorgang und beziehen sich a) auf ein Verb, au&#223;er Verben der pr&#228;dikativen Funktion z.B. <italic>Tim l&#228;uft schnell</italic>, b) auf einen ganzen Satz z.B. <italic>Karla kommt sicher in der n&#228;chsten Stunde an</italic>, c) auf ein anderes Adjektiv <italic>Er ist furchtbar klug</italic>, auf ein Adverb, z.B. <italic>Das Haus liegt weit oberhalb der Stadt</italic>, oder eine Pr&#228;position, z.B. <italic>Er schlief ein, kurz nachdem er gegessen hatte</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Duden 2009: 354</xref>). Adverbial verwendete Adjektive spezifizieren einen Aspekt der durch das Verb ausgedr&#252;ckten Handlung, sofern es sich um tief eingebettet adverbial verwendete Adjektive handelt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B51">Sch&#228;fer 2008: 2</xref>). Bei der vorliegenden Bildbeschreibung kann man davon ausgehen, dass adverbial verwendete Adjektive eingesetzt werden, da sich kleine Handlungen auf dem Gem&#228;lde befinden, die einen Einsatz adverbialer Adjektive beg&#252;nstigen k&#246;nnen. Gleichzeitig muss man festhalten, dass sie sich zur detaillierten Beschreibung u.U. weniger gut eignen, weil sie sich auf andere Adjektive, Adverbien oder Pr&#228;position beziehen und die Spezifikation des Nomens mit Hilfe attributiver Adjektive besser vorgenommen werden kann.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.3 Adjektivische Wortbildung</title>
<p>Adjektive sind &#228;u&#223;erst produktiv, weshalb neben den syntaktischen Eigenschaften noch die adjektivische Wortbildung interessant ist, da in der schulischen Vermittlung adjektivische Wortbildungen h&#228;ufig im Zusammenhang mit Beschreibungen thematisiert werden.</p>
<p>Die Definitionen, was komplexe W&#246;rter sind, gehen in der Literatur auseinander. Laut Sahel und Vogel (<xref ref-type="bibr" rid="B50">2013: 92</xref>) spricht man von Komposition, &#8222;wenn Wurzeln oder St&#228;mme, aber keine Affixe, unmittelbar an der Wortbildung beteiligt sind&#8220;. F&#252;r die vorliegende Studie wurden Wortbildungen aus adjektivischen Kopulativkomposita und Determinativkomposita untersucht, weil sie auf ein differenziertes Lexikon der Lernenden verweisen und die M&#246;glichkeit der differenzierten Beschreibung im zu beschreibenden Bild angelegt ist. Bei den adjektivischen Kopulativkomposita handelt es sich um additive Konstruktionen wie z.B. <italic>blaugr&#252;n, helldunkel, beigebraun</italic>. Zwischen den beiden Konstituenten liegt eine gleichrangige Pr&#228;dikation vor, die eine flexible Reihenfolgemarkierung erm&#246;glicht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Altmann 2011: 107</xref>). Bei den Determinativkomposita handelt es sich um eine Subordination der zweiten unmittelbaren Konstituente unter die erste, z.B. <italic>blaugr&#252;n</italic> im Sinne einer Graduierung von eher bl&#228;ulichem Gr&#252;n (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Altmann 2011: 55</xref>). Problematisch ist h&#228;ufig eine trennscharfe Grenzziehung der Kopulativ- und Determinativkomposita, die sich besonders bei einem rein bedeutungsorientierten Ansatz einstellt. Eine morphologisch orientierte Einteilung l&#228;sst sich &#252;ber die Akzentsetzung und die Verwendung von Fugenelemente erreichen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Altmann 2011: 56</xref>). In der vorliegenden Studie werden Kopulativ- und Determinativkomposita zusammengenommen und als kompositionelle Adjektive ausgewiesen. Es ist davon auszugehen, dass Kompositionen in der vorliegenden Bildbeschreibung vorkommen, weil die Farbgebung und die Struktur des Bildes den Einsatz von Komposita beg&#252;nstigen. Der Einsatz der Komposita l&#228;sst auf einen differenzierten Wortschatz der Sch&#252;ler*innen schlie&#223;en, was sich insgesamt g&#252;nstig auf die Beschreibung auswirkt.</p>
<p>Ein weiteres Ph&#228;nomen, welches zur Wortbildung geh&#246;rt und aufgrund von Derivation zustande kommt, wurde in der vorliegenden Studie untersucht. Sch&#252;ler*innen verwendeten h&#228;ufig Suffigierungen, die nicht unbedingt zu einer Wortarten&#228;nderung f&#252;hren, jedoch semantisch betrachtet interessant sind, da sie eine Modifikation vollziehen. Native Adjektiv-Suffixe wie z.B. <italic>-lich</italic> schw&#228;chen z.B. in Verbindung mit Farbadjektiven die Farbnuance von <italic>blau</italic> zu <italic>bl&#228;ulich</italic> im Sinne von einem schwachen Blauton (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Altmann 2011: 117</xref>), worauf Sch&#252;ler*innen h&#228;ufig zur&#252;ckgreifen wie bspw. <italic>Die Frau tr&#228;gt einen bl&#228;ulichen Schal</italic>. &#196;hnlich wie bei den Kompositionen zeigt der Einsatz von Adjektiv-Suffixen, dass die Lernenden &#252;ber einen differenzierten Wortschatz verf&#252;gen. F&#252;r die vorliegende Bildbeschreibung ist anzunehmen, dass Adjektiv-Suffixe vorkommen (siehe <xref ref-type="fig" rid="F3">Abbildung 3</xref>).</p>
<p>Bei den grammatischen Transpositionen handelt es sich um einen Subtyp von komplexen Adjektiven, die aus Partizipien hervorgehen. Unterschieden wird zwischen Adjektiven ausgehend vom Partizip I (z.B. <italic>reizend, treffend</italic> usw.) und Partizip II (z. B. <italic>gefragt, eingebildet</italic> usw.) (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B8">Boettcher 2009: 40f.</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B4">Altmann 2011: 128</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B17">Fleischer / Barz 2012: 306ff.</xref>). Gerade bei diesem Subtyp handelt es sich um komplexe Adjektive, da sie schwierig zu bilden sind (Verbstamm und Partizipmorphem). Der Einsatz von transpositorischen Adjektiven ist stark abh&#228;ngig vom zu beschreibenden Gegenstand oder Sachverhalt. F&#252;r das vorliegende Bild kann aufgrund der Komplexit&#228;t und der F&#252;lle an zu beschreibenden Gegenst&#228;nden und Sachverhalten davon ausgegangen werden, dass transpositorische Adjektive verwendet werden (siehe <xref ref-type="fig" rid="F3">Abbildung 3</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>2.4 Bewertende Adjektive</title>
<p>Da Beschreibungen im schulischen Kontext pr&#228;skriptiv als sachliche, neutrale und detaillierte Textsorten vermittelt werden, ist davon auszugehen, dass Sch&#252;ler*innen hinsichtlich des Bedeutungsaspekts von Adjektiven eher auf intensionale und nicht wertende Adjektive zur&#252;ckgreifen. Der Begriff der Intension steht f&#252;r die Bestimmung eines Begriffs durch seinen Bedeutungsgehalt, d.h., dass der Inhalt des Begriffs durch die Merkmale erkl&#228;rt wird. Demzufolge erkl&#228;rt sich der Begriff <italic>Kind</italic> z.B. durch die Merkmale <italic>belebt, nicht adoleszentes Alter, zwei Beine</italic> etc. und wird durch diese spezifiziert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B47">Prechtl 2016: 298</xref>). Die intensionalen Adjektive lassen sich noch in zwei weitere Subkategorien unterteilen: die affirmativen Adjektive und die privativen Adjektive. Unter affirmative Adjektive werden Adjektive gefasst, die das durch das Bezugsnomen ausgedr&#252;ckte Pr&#228;dikat bekr&#228;ftigen wie z.B. <italic>gut, liebevoll, klein, schrecklich</italic> usw. Bei den affirmativen Adjektiven f&#228;llt auf, dass sie eine bewertende Komponente in sich tragen. Treten affirmative Adjektive attributiv auf, werden sie zwar traditionell in Bezug zum Nomen betrachtet und demgem&#228;&#223; als Spezifikation des Nomens klassifiziert, dennoch zeigt bereits die semantische Einteilung in qualifizierende und determinierende Adjektive (siehe <xref ref-type="fig" rid="F2">Abbildung 2</xref>), dass sie je nach Kontext zu der einen oder anderen Klasse geh&#246;ren k&#246;nnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B38">Lef&#232;vre 2011: 84</xref>). Adjektive k&#246;nnen also Nomen bestimmen oder sich auf Elemente der &#196;u&#223;erungssituation beziehen, worunter auch Sprecher*innen und Subjektivit&#228;t z&#228;hlen. Subjektiv wird derart nicht als individuell ausgelegt, sondern als Sprecherurteil und ist somit keine Objekteigenschaft (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B39">Marschall 2011: 104</xref>) wie z.B. in der Nominalgruppe <italic>der sch&#246;ne Hut</italic>. Das Attribut <italic>sch&#246;ne</italic> in der Nominalgruppe sagt weniger &#252;ber den Hut als die subjektive Einstellung des Sprechers, seine Bewertung oder sogar seine affektive Regung aus (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B38">Lef&#232;vre 2011: 84</xref>). Je nach Kontext liegen verschiedene Stufen von Subjektivit&#228;t vor; bspw. unterliegt die Einsch&#228;tzung der Gr&#246;&#223;e in der Nominalphrase <italic>der gro&#223;e Ball</italic> einer anderen Stufe an Sprechereinsch&#228;tzung und somit Subjektivit&#228;t als die Attribution in der Nominalphrase <italic>der sch&#246;ne Ball</italic>, die eine st&#228;rkere Sprechereinsch&#228;tzung kodiert. In diesem Sinne l&#228;sst sich die Klassifikation der Adjektive in eher bewertend und eher beschreibend vornehmen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B40">Marschall 2018: 265ff.</xref>), was teilweise die Einteilung in beschreibend und bewertend erschwert. Eine klar ersichtliche Einteilung in bewertende Adjektive l&#228;sst sich am ehesten von prototypisch bewertenden Adjektiven ausgehend vornehmen wie z.B. <italic>gut, sch&#246;n, h&#228;sslich</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Baumann 2018: 229</xref>), die auch in der vorliegenden Korpusanalyse untersucht wurden, da sie h&#228;ufig vorgekommen sind, obwohl f&#252;r die schulische Vermittlung festgehalten werden kann, dass die Kommunikationsmaximen der Sachlichkeit, Unpers&#246;nlichkeit, Informativit&#228;t, Relevanz und Detailliertheit im Zentrum der didaktischen Vermittlung stehen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Janle 2009: 39</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B36">Kunze 2017: 7</xref>) und nicht erwartet wurde, dass derart prototypisch bewertende Adjektive vorkommen.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.5 Adjektiverwerb</title>
<p>Das Erlernen von Adjektiven ist aufgrund der teilweise mehrdeutigen Semantik, des komplexen Flexionssystems und auch der Stellungsflexibilit&#228;t schwierig (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Kr&#252;ger 2017: 114</xref>). Zudem machen Adjektive nur 15 % des Wortschatzes aus (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Fleischer / Barz 2012: 297</xref>). Erschwerend kommt hinzu, dass der kindgerechte Input an Adjektiven von Erwachsenen einen nur geringen Umfang ausmacht, weshalb die Adjektivproduktion bei Kindern anfangs gering ausf&#228;llt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Kauschke / Klann-Delius 2007: 193</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B20">Groba / Houwer 2018: 354</xref>).</p>
<p>Wie die Aneignung von Adjektiven bei bilingual Lernenden verl&#228;uft, soll im Folgenden kurz dargestellt werden, da die vorliegende Studie den Adjektivgebrauch bei monolingual und bilingual Lernenden untersucht. Unter Bilingualit&#228;t wird das Lernen von zwei Sprachen verstanden, wobei der Zeitpunkt des Einsetzens des Spracherwerbs und die kommunikative Praxis in der Familie wichtige definitorische Kriterien darstellen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B52">Schneider 2015: 16ff.</xref>). Bez&#252;glich des Aneignungszeitpunkts l&#228;sst sich zwischen einer fr&#252;hen und einer sukzessiven oder sequentiellen Entwicklung der Sprachen unterscheiden, wobei in der Literatur die zeitliche Grenze zwischen simultanen und sequentiellen Erwerb teilweise unterschiedlich festgesetzt wird. Mc Laughin (<xref ref-type="bibr" rid="B41">1978: 9</xref>) bspw. spricht vom gleichzeitiger Aneignung beider Sprachen, wenn das Kind regelm&#228;&#223;ig bis zur Altersgrenze von drei Jahren mit beiden Sprachen in Kontakt kommt, wohingegen de Houwer (<xref ref-type="bibr" rid="B24">1995: 223</xref>) die Altersgrenze bei einem Monat festlegt. Hinsichtlich der kommunikativen Praxis in der Familie und der Umgebung gibt es verschiedene Auspr&#228;gungen, die laut Schneider (<xref ref-type="bibr" rid="B52">2015: 20f.</xref>) zu verschiedenen Konstellationen f&#252;hren k&#246;nnen abh&#228;ngig von dem elterlichen Input und der Umgebungssprache. In der vorliegenden Studie werden unter bilingual Lernende alle Sch&#252;ler*innen gefasst, die durch elterlichen Input zweisprachig aufgewachsen sind und bis zum dritten Lebensjahr regelm&#228;&#223;ig mit zwei Sprachen Kontakt hatten. Eine der Sprachen ist Deutsch und entspricht der Umgebungssprache, wohingegen die zweite Sprache nicht identisch mit der Umgebungssprache ist.</p>
<p>Studien zum bilingualen Adjektiverwerb besch&#228;ftigen sich h&#228;ufig mit der Frage, welche sprach&#252;bergreifenden Einfl&#252;sse den Adjektivgebrauch besonders hinsichtlich der syntaktischen Positionierung bedingen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B49">Rizzi 2013</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B19">Groba 2014</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B18">Geveler et al. 2018</xref>).</p>
<p>Unterschieden wird h&#228;ufig in ziel&#228;hnliche und zielabweichende Adjektiv-Substantiv-Verbindungen. Die Ergebnisse sind heterogen und lassen keine eindeutigen Schl&#252;sse zu (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">Geveler et al. 2018: 144</xref>). Abh&#228;ngig von den Einflusssprachen gibt es unterschiedliche Erkenntnisse: Bernadini (<xref ref-type="bibr" rid="B6">2003</xref>) bspw. untersuchte bei simultan bilingual Lernenden (Schwedisch-Italienisch) das Auftreten der Adjektive hinsichtlich der syntaktischen Position und stellte fest, dass es Unterschiede zwischen bilingual und monolingual aufwachsenden Kindern gibt. Nicoladis (<xref ref-type="bibr" rid="B44">2006</xref>) hingegen ermittelte in ihrer Untersuchung zur syntaktischen Position der Adjektive bei simultan oder sequentiell bilingual aufwachsenden Lernenden (Franz&#246;sisch-Englisch), die zwei Sprachen auf muttersprachlichem Niveau sprechen, dass bilingual Lernende h&#228;ufiger Adjektive in korrekter als inkorrekter syntaktischer Position verwenden. Keine sprach&#252;bergreifenden Unterschiede konnte Rizzi (<xref ref-type="bibr" rid="B49">2013</xref>) bei simultan bilingual aufwachsenden Kindern (Deutsch-Franz&#246;sisch/Spanisch/Italienisch) beobachten. Insgesamt kann man sagen, dass die Befunde deutliche Unterschiede aufweisen, was u.a. darauf zur&#252;ckzuf&#252;hren ist, dass bei bilingual Lernenden meist eine der beiden Sprachen st&#228;rker ausgepr&#228;gt ist und somit die beiden Sprachen nicht ausbalanciert sind.</p>
<p>Ausgehend von den syntaktischen Positionen, die Adjektive einnehmen k&#246;nnen, zeigen Erwerbsstudien, dass pr&#228;dikative Adjektive noch vor attributiven Adjektiven produziert werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B43">Mills 1985: 243</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B48">Ramscar et al. 2011</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B49">Rizzi 2013: 83</xref>). Das fr&#252;he Auftreten kann daran liegen, dass im Deutschen pr&#228;dikative Adjektive nicht flektiert werden. Bei monolingual deutschsprachigen Kindern tritt das pr&#228;dikative Adjektiv schon &#8222;in der Einkonstituentenphase [auf]&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B49">Rizzi 2013: 83</xref>). Im Durchschnitt erlernen Kinder am Ende des ersten Lebensjahres pr&#228;dikativ gebrauchte Adjektive, wobei das erste Auftreten auch bei einigen Kindern bis zum Beginn des zweiten Lebensjahres verz&#246;gert sein kann (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B49">Rizzi 2013: 83</xref>). Im Unterschied zu monolingual aufwachsenden Kindern zeigt sich f&#252;r bilingual deutsch-italienische Kinder, dass im Italienischen pr&#228;dikative Adjektive etwas sp&#228;ter erworben werden, und zwar durchschnittlich mit zweieinhalb Jahren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B49">Rizzi 2013: 83</xref>). Zudem spricht f&#252;r das fr&#252;here Auftreten pr&#228;dikativer Adjektive, dass es sich meist um Existenzialpr&#228;dikationen handelt und somit grundlegende Informationen, wohingegen die kommunikative Obligatorik bei attributiven Adjektiven weniger notwendig ist (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B45">Ninio 2004</xref>).</p>
<p>Das Auftreten von attributiven Adjektiven tritt in der Zweikonstituentenphase auf und ist abh&#228;ngig von der Positionierung des Adjektivs (siehe <xref ref-type="fig" rid="F2">Abbildung 2</xref>). Klassisch mittige Adjektive werden im Deutschen fr&#252;her erlernt, weil m&#246;gliche &#220;berschneidungen mit Determinierern und Nomen ausgeschlossen sind (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B45">Ninio 2004: 115</xref>). Zudem k&#246;nnen klassisch mittige Adjektive zur Bildung von Oppositionsbeziehungen herangezogen werden, was den Auf- und Ausbau des mentalen Lexikons f&#246;rdert und meist von Extrempolen eines Kontinuums ausgeht, z.B. <italic>gut</italic> vs. <italic>b&#246;se</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B28">Kauschke 2012: 57f.</xref>). Bereits ab dem 3. Lebensjahr werden klassisch mittige Adjektive wie die der Dimension, der Farbe, der Bewertung, des Alters und des Gem&#252;tszustandes erworben, wohingegen (Adjektive) in Determinierern&#228;he und Nomenn&#228;he ab dem 4. Lebensjahr erworben werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Kr&#252;ger 2017: 115</xref>).</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3. Fragestellung und Hypothesen</title>
<p>Folgende &#252;bergeordnete Fragestellungen gehen wir in der Studie nach und leiten sie teilweise aus der Literatur ab:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- Forschungsfrage 1: Lassen sich Unterschiede zwischen monolingual und bilingual Lernenden im Gebrauch von attributiven, pr&#228;dikativen und adverbialen Adjektiven sowie den Subtypen partizipial attributiver und partizipial pr&#228;dikativer Adjektive erkennen?</p></list-item>
<list-item><p>- Forschungsfrage 2: Werden wertende Adjektive abh&#228;ngig vom Spracherwerbstyp unterschiedlich gebraucht?</p></list-item>
</list>
<p>Ausgehend von den Forschungsfragen wurden drei Hypothesen generiert, deren inferenzstatistische &#220;berpr&#252;fung auf die syntaktisch unterschiedlichen Funktionen der Adjektive bezogen sind:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- H1: Ausgehend von der Literatur zur Aneignung von attributiven Adjektiven, die zeigt, dass attributive Adjektive bei bilingual aufwachsenden Lernenden u.U. mehr Schwierigkeiten bei der zielsprachigen Produktion verursachen als bei monolingual Lernenden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">Hahne 2001</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B49">Rizzi 2013</xref>), wird davon ausgegangen, dass der Gebrauch attributiver Adjektive signifikant vom Spracherwerb (monolingual/bilingual) und der Klassenstufe abh&#228;ngt.</p></list-item>
<list-item><p>- H2: Da das Auftreten pr&#228;dikativer Adjektive sowohl bei monolingual als auch bei bilingual aufwachsenden Kindern als Erstes und noch vor der Aneignung attributiver Adjektive (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B48">Ramscar et al. 2011</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B49">Rizzi 2013</xref>) erfolgt, wird davon ausgegangen, dass der Gebrauch pr&#228;dikativer Adjektive der bilingual Lernenden vergleichbar mit dem der monolingual Lernenden ist.</p></list-item>
<list-item><p>- H3: Analog zur zweiten Hypothese wird angenommen, dass der Gebrauch adverbialer Adjektive der bilingual Lernenden vergleichbar mit dem Gebrauch der monolingual Lernenden der jeweiligen Jahrgangsstufen ist.</p></list-item>
</list>
<p>Die Hypothesen vier bis sechs beziehen sich auf adjektivische Wortbildungen, die ein gewisses Ma&#223; an Komplexit&#228;t aufweisen. Es werden Adjektivbildungen &#252;ber grammatische Transposition, adjektivische Wortbildung bestehend aus Determinativ- und Kopulativkomposita und Derivation in Form von Suffigierungen vergleichend zwischen monolingual und bilingual aufwachsenden Sch&#252;ler*innen untersucht:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- H4: Aus Partizipien gebildete Adjektive gelten als Subtyp von Adjektiven und geh&#246;ren dem grammatischem Wortbildungsvorgang an. Die Bildung dieser Adjektive kann als komplex eingestuft werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">Kleinschmidt-Schinke 2020: 344</xref>). Aufgrund der hohen Komplexit&#228;t der Wortbildung wird angenommen, dass transpositorische Adjektive signifikant mehr von monolingual Lernenden verwendet werden als von bilingual Lernenden.</p></list-item>
<list-item><p>- H5: Analog zu Hypothese vier wird Hypothese f&#252;nf gebildet: Es wird angenommen, dass monolingual Lernende signifikant mehr kompositionelle Adjektive verwenden als bilingual Lernende.</p></list-item>
<list-item><p>- H6: Ein weiterer Aspekt in Bezug auf die Wortbildung, die zwar weniger produktiv, aber daf&#252;r modalisierend ist, wird in der sechsten Hypothese aufgenommen. Es wird angenommen, dass monolingual Lernende signifikant mehr derivative Adjektive (Suffixendung <italic>-lich</italic>) verwenden als bilingual Lernende.</p></list-item>
<list-item><p>- H7: Eine weitere Hypothese wurde in Bezug auf wertende Adjektive aufgestellt. Es wird angenommen, dass bilingual Lernende nicht signifikant mehr prototypisch wertende Adjektive (<italic>gut, sch&#246;n, h&#228;sslich, chaotisch</italic>) verwenden als monolingual Lernende, weil bilingual Lernende aufgrund ihrer Kontaktzeit mit dem Deutschen &#252;ber ein differenziertes Ausdrucksinventar zum Beschreiben verf&#252;gen.</p></list-item>
</list>
</sec>
<sec sec-type="methods">
<title>4. Methode</title>
<sec>
<title>4.1 Stichprobe</title>
<p>Die Erhebung f&#252;r unsere Analyse wurde vom 04.04.2022 bis 10.11.2022 an Grundschulen und weiterf&#252;hrenden Schulen in Baden-W&#252;rttemberg durchgef&#252;hrt. Die Stichprobe bestand aus <italic>N</italic> = 288 Teilnehmer*innen, davon waren 143 weiblich und 145 m&#228;nnlich. Das mittlere Alter betrug <italic>M</italic> = 10.58 Jahre (<italic>SD</italic> = 1.25, <italic>Min</italic> = 8, <italic>Max</italic> = 13). Die Teilnehmer*innen besuchten entweder die Grundschule (<italic>n</italic> = 114) oder eine weiterf&#252;hrende Schule (Werkrealschule: <italic>n</italic> = 35, Realschule: <italic>n</italic> = 79, Gymnasium: <italic>n</italic> = 60). Die Aufschl&#252;sselung der Stichprobe nach Alter, Schulart und Spracherwerb ist in <xref ref-type="table" rid="T1">Tabelle 1</xref> dargestellt. 144 Teilnehmer*innen bezeichneten Deutsch als einzige Familiensprache; 130 Teilnehmer*innen gaben an, neben Deutsch mit einem Elternteil ausschlie&#223;lich noch eine weitere Sprache (45 %) zu sprechen und die zweite Familiensprache simultan zum Deutschen gelernt zu haben. 14 Teilnehmer*innen (5 %) gaben an, dass sie Deutsch erst kurz vor dem Kindergarteneintritt also noch vor ihrem dritten Lebensjahr begannen mit einem ihrer Elternteile zu sprechen. Bei den 14 Teilnehmer*innen handelt es sich um bilingual Lernende, die etwas sp&#228;ter aber noch vor dem dritten Lebensjahr Deutsch erwarben. Alle Sch&#252;ler*innen mit mehr als einer Familiensprache &#228;u&#223;erten, dass sie beide Familiensprachen fl&#252;ssig in unterschiedlichen Kontexten anwenden und verstehen k&#246;nnen. Die Sch&#252;ler*innen, die noch vor dem dritten Lebensjahr die Sprache Deutsch erlernten (<italic>N</italic> = 14) und die fr&#252;h bilingual Lernenden (<italic>N</italic> = 130) wurden zu einer Gruppe (<italic>N</italic> = 144) zusammengefasst, da in unserer Studie alle als bilingual aufwachsend gelten, die bis zum dritten Lebensjahr regelm&#228;&#223;ig mit zwei Sprachen Kontakt hatten. Es wird somit zwischen monolingualen und bilingualen Sch&#252;ler*innen unterschieden.</p>
<table-wrap id="T1">
<label>Tabelle 1<sup><xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref></sup></label>
<caption>
<p>Alter der Stichprobe, getrennt nach Schulart</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="center" valign="top">Schulart</td>
<td align="center" valign="top"><italic>M</italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>SD</italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>N</italic> (<italic>bili</italic>)</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="center" valign="top">Grundschule</td>
<td align="center" valign="top">9.35</td>
<td align="center" valign="top">0.78</td>
<td align="center" valign="top">30</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">Werkrealschule</td>
<td align="center" valign="top">11.74</td>
<td align="center" valign="top">0.85</td>
<td align="center" valign="top">30</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">Realschule</td>
<td align="center" valign="top">11.33</td>
<td align="center" valign="top">0.69</td>
<td align="center" valign="top">42</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">Gymnasium</td>
<td align="center" valign="top">11.23</td>
<td align="center" valign="top">0.72</td>
<td align="center" valign="top">40</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Die Werkrealschule ist in Baden-W&#252;rttemberg eine Schulform, an der Sch&#252;ler*innen mit Hauptschulempfehlung und nach erfolgreichem Abschluss der neunten Jahrgangsstufe mit dem Hauptschulabschluss abschlie&#223;en. Zudem besteht die M&#246;glichkeit, dass Sch&#252;ler*innen in noch einem weiteren Schuljahr den Realschulabschluss erlangen.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.2 Gestaltung des Fragebogens und Freitext</title>
<p>Vor der Freitextproduktion f&#252;llten alle Sch&#252;ler*innen einen Fragebogen aus, der zun&#228;chst basale demographische Angaben (Geschlecht und Alter) erhielt. Anschlie&#223;end wurden die Teilnehmer*innen befragt, welche Sprache(n) sie mit ihrem Umfeld sprachen, und ob eine Kindertagesst&#228;tte in Deutschland oder dem Ausland besucht wurde. Es wurde danach gefragt, ab wann die Sch&#252;ler*innen neben Deutsch noch eine weitere Familiensprache erlernten. Die Sch&#252;ler*innen konnten ankreuzen a) seit der Geburt, b) noch vor dem Kindergarten, c) mit dem Kindergarten und d) ab Schulbeginn. Zus&#228;tzlich wurde erfasst, ob eine Fremdsprache erlernt wurde, wo die Teilnehmer*innen geboren waren und ob sie in ihrer Familiensprache (sofern nicht Deutsch) lesen und schreiben konnten sowie Unterricht nahmen. Anschlie&#223;end erfolgte die Freitextproduktion. Dazu wurde den Teilnehmer*innen ein Bild gezeigt, welches sie beschreiben sollten (siehe <xref ref-type="fig" rid="F3">Abbildung 3</xref>). Das Zeitlimit war auf zwei Schulstunden (90 min.) begrenzt. Die Grundsch&#252;ler*innen ben&#246;tigten etwa 30 f&#252;r das Ausf&#252;llen des Fragebogens und die Sch&#252;ler*innen der f&#252;nften und sechsten Klassen etwa 40 Minuten. Das Ausf&#252;llen des Erhebungsbogens wurde in der Grundschule mithilfe der Lehrkraft umgesetzt, die &#252;ber Angaben der demographischen Daten verf&#252;gte und bei Nachfragen antworten konnte. Die Sekundarstufensch&#252;ler*innen stellten beim Ausf&#252;llen hin und wieder Nachfragen, was den avisierten Zeitraum der Erhebung deutlich verl&#228;ngerte.</p>
<fig id="F3">
<label>Abbildung 3</label>
<caption>
<p>Gustav Klimt &#8222;Adele Bloch-Bauer II&#8220;, 1912</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3727_kellermann-g3.png"/>
</fig>
<p>Die Aufgabenstellung wurde den Sch&#252;ler*innen m&#252;ndlich pr&#228;sentiert sowie schriftlich vorgelegt (siehe <xref ref-type="fig" rid="F4">Abbildung 4</xref>). Inhaltlich orientiert sich die Aufgabenstellung an den didaktischen Ma&#223;gaben der Genauigkeit (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Janle 2009: 39</xref>). Hinzugef&#252;gt wurde noch die Zielgruppenspezifikation, dass Sch&#252;ler*innen die Bildbeschreibung f&#252;r ihre Eltern formulieren sollen.</p>
<fig id="F4">
<label>Abbildung 4</label>
<caption>
<p>Aufgabenstellung zur Bildbeschreibung</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3727_kellermann-g4.png"/>
</fig>
</sec>
<sec>
<title>4.3 Kodierung der Daten</title>
<p>Die Kodierung der Daten wurde mittels SPSS durchgef&#252;hrt. Erstens wurden Adjektive im Korpus hinsichtlich ihrer prototypisch syntaktischen Funktion auf ihre Vorkommensh&#228;ufigkeit inferenzstatistisch untersucht. Attributive Adjektive wurden mit <italic>Adj. attributiv</italic>, pr&#228;dikative Adjektive mit <italic>Adj. pr&#228;dikativ</italic> usw. kodiert.</p>
<p>In einem zweiten Schritt wurden adjektivische Wortbildungen untersucht. Die im Korpus vorhandenen Kopulativ- und Determinativkomposita wurden zusammengefasst und mit <italic>Adj. Komposita</italic> kodiert. Eine im Korpus h&#228;ufig vorkommende Wortbildung stellen die Suffigierungen von Farbadjektiven mit <italic>-lich</italic> dar (z.B. <italic>bl&#228;ulich</italic>), die als <italic>Adj. derivativ</italic> kodiert wurden. Als grammatische Transpositionen wurden alle partizipial attributiven Adjektive in die Auswertung einbezogen und mit <italic>Adj. partizipial</italic> kodiert.</p>
<p>Drittens wurde das Vorkommen prototypisch wertender Adjektive <italic>gut, sch&#246;n</italic> und <italic>h&#228;sslich</italic> mit in die Auswertung einbezogen, da sie im Korpus vorhanden sind und als eindeutig wertend klassifiziert werden k&#246;nnen, was nicht textsortentypisch ist. Kodiert wurden wertende Adjektive mit <italic>Adj. wertend</italic>. Zur regressionsanalytischen Betrachtung wurden monolingual Lernende mit <italic>1</italic> und bilingual Lernende mit <italic>2</italic> kodiert.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.4 Datenaufbereitung und Analysen</title>
<p>Zur Analyse der Adjektivverwendung in der freien Textproduktion wurde zun&#228;chst die Anzahl der Adjektive ausgez&#228;hlt. Die so ermittelten H&#228;ufigkeiten erf&#252;llten das metrische Skalenniveau. Die Datenauswertung erfolgte mit der Software IBM SPSS Statistics, Version 27 (IBM, 2020). Zur Beantwortung der Hypothesen zwei bis sieben wurden unabh&#228;ngige t-Tests berechnet. A priori wurde die Varianzhomogenit&#228;t mittels Levene-Test gepr&#252;ft. Bei Verletzung der Varianzhomogenit&#228;t wurden die Freiheitsgrade der Pr&#252;fstatistik korrigiert und das Ergebnis des Welch-Tests berichtet. Unabh&#228;ngige t-tests liefern auch bei kleinen Stichproben und Verletzung der Normalverteilungsannahme robuste Ergebnisse (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B55">Winter 2013</xref>). Da unsere Stichprobengr&#246;&#223;e au&#223;erdem n = 30 &#252;berstieg, gilt eine Verletzung der Normalverteilungsannahme als unkritisch (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Bortz / Schuster 2010</xref>). Gleichzeitig wurde so die gr&#246;&#223;ere Power parametrischer Verfahren gegen&#252;ber entsprechender nonparametrischer Verfahren ausgenutzt. Gem&#228;&#223; Cohen (<xref ref-type="bibr" rid="B11">1992</xref>) wurden standardisierte Mittelwertsunterschiede &gt;.20 als klein, &gt;.50 als mittel und &gt;.80 als gro&#223; klassifiziert. Um das Problem der Alpha-Fehler-Akkumulation angemessen zu behandeln, wurden die Signifikanzgrenzen nach Bonferroni-Holmes-korrigiert. Dazu wurden die p-Werte absteigend sortiert und das Alpha-Niveau durch die Anzahl der Tests geteilt. Alle nachfolgenden Tests wurden mit einem Alpha geteilt durch die Anzahl der Tests abz&#252;glich der bereits gezogenen Vergleiche getestet (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Abdi 2010</xref>). Mit einer Ausnahme lagen unkorrigierte Signifikanzen auch nach der Anpassung der Signifikanzgrenzen unter den Cut-Offs. Zur Beantwortung der ersten Hypothese wurde eine multiple Regression berechnet. Zuerst wurde die Signifikanz der Varianzaufkl&#228;rung des Gesamtmodells betrachtet, bevor die Richtungszusammenh&#228;nge zwischen Pr&#228;diktor und Kriterium interpretiert wurden. Richtungszusammenh&#228;nge wurden &#252;ber das standardisierte Regressionsgewicht Beta gezogen.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5. Ergebnisse</title>
<sec>
<title>5.1 Deskriptive Ergebnisse und explorative Korrelation der Adjektive</title>
<p><xref ref-type="table" rid="T2">Tabelle 2</xref> stellt die absolute Frequenz der Adjektive im vorhandenen Korpus der Bildbeschreibungen dar:</p>
<table-wrap id="T2">
<label>Tabelle 2<sup><xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref></sup></label>
<caption>
<p>Tabelle mit H&#228;ufigkeiten, Median, Min und Max der Adjektive</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top">Variable</td>
<td align="center" valign="top"><italic>Md</italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>Min</italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>Max</italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>Total</italic></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. attributiv</td>
<td align="center" valign="top">3</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">22</td>
<td align="center" valign="top">706</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. pr&#228;dikativ</td>
<td align="center" valign="top">1,5</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">11</td>
<td align="center" valign="top">319</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. adverbial</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">7</td>
<td align="center" valign="top">28</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. wertend</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">7</td>
<td align="center" valign="top">64</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. Komposita</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">5</td>
<td align="center" valign="top">57</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. derivativ</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">3</td>
<td align="center" valign="top">22</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. part.</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">10</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Die deskriptiven Statistiken der abh&#228;ngigen Variablen sind in <xref ref-type="table" rid="T3">Tabelle 3</xref> dargestellt. Attributive Adjektive wurden, unabh&#228;ngig vom Spracherwerb der Teilnehmer*innen, am h&#228;ufigsten verwendet. Monolingual Lernende verwendeten partizipial attributive Adjektive am seltensten, bilingual Lernende ebenfalls. Die Standardabweichung fiel im Verh&#228;ltnis zum Mittelwert bei beiden Gruppen sehr gro&#223; aus. Daraus kann auf eine gro&#223;e interindividuelle Variabilit&#228;t im Adjektivgebrauch geschlossen werden.</p>
<table-wrap id="T3">
<label>Tabelle 3<sup><xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref></sup></label>
<caption>
<p>Deskriptive Statistiken der abh&#228;ngigen Variablen getrennt nach monolingual und bilingual Lernende</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top">Variable</td>
<td align="center" valign="top"><italic>M<sub>mo</sub></italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>SD<sub>mo</sub></italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>M<sub>bili</sub></italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>SD<sub>bili</sub></italic></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. attributiv</td>
<td align="center" valign="top">7.13</td>
<td align="center" valign="top">5.76</td>
<td align="center" valign="top">4.70</td>
<td align="center" valign="top">3.91</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. pr&#228;dikativ</td>
<td align="center" valign="top">2.35</td>
<td align="center" valign="top">2.14</td>
<td align="center" valign="top">2.16</td>
<td align="center" valign="top">2.36</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. adverbial</td>
<td align="center" valign="top">0.33</td>
<td align="center" valign="top">0.75</td>
<td align="center" valign="top">0.13</td>
<td align="center" valign="top">0.37</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. wertend</td>
<td align="center" valign="top">0.22</td>
<td align="center" valign="top">0.51</td>
<td align="center" valign="top">0.44</td>
<td align="center" valign="top">0.94</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. Komposita</td>
<td align="center" valign="top">0.69</td>
<td align="center" valign="top">1.15</td>
<td align="center" valign="top">0.38</td>
<td align="center" valign="top">0.88</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. derivativ</td>
<td align="center" valign="top">0.31</td>
<td align="center" valign="top">0.72</td>
<td align="center" valign="top">0.11</td>
<td align="center" valign="top">0.36</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Adj. part.</td>
<td align="center" valign="top">0.19</td>
<td align="center" valign="top">0.54</td>
<td align="center" valign="top">0.06</td>
<td align="center" valign="top">0.23</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Die abh&#228;ngigen Variablen wurden miteinander korreliert (<xref ref-type="table" rid="T4">Tabelle 4</xref>), um einen explorativen Zusammenhang zwischen verschiedenen Adjektiven zu erhalten. Die st&#228;rkste positive Korrelation zeigte sich im Gebrauch attributiver und kompositioneller Adjektive (<italic>r</italic> = .46).</p>
<table-wrap id="T4">
<label>Tabelle 4<sup><xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref></sup></label>
<caption>
<p>Korrelationen der abh&#228;ngigen Variablen f&#252;r die Gesamtstichprobe</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top">Variable</td>
<td align="center" valign="top">1</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">3</td>
<td align="center" valign="top">4</td>
<td align="center" valign="top">5</td>
<td align="center" valign="top">6</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">1. Adj. attributiv</td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">2. Adj. pr&#228;dikativ</td>
<td align="center" valign="top"><bold>.20**</bold></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">3. Adj. adverbial</td>
<td align="center" valign="top"><bold>.23**</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>.14*</bold></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">4. Adj. wertend</td>
<td align="center" valign="top">&#8211;.01</td>
<td align="center" valign="top"><bold>.14*</bold></td>
<td align="center" valign="top">.10</td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">5. Adj. Komposita</td>
<td align="center" valign="top"><bold>.46**</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>.22**</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>.35**</bold></td>
<td align="center" valign="top">.04</td>
<td align="center" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">6. Adj. derivativ</td>
<td align="center" valign="top"><bold>.21**</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>.15*</bold></td>
<td align="center" valign="top">.09</td>
<td align="center" valign="top">&#8211;.04</td>
<td align="center" valign="top"><bold>.20**</bold></td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">7. Adj. partizipial att.</td>
<td align="center" valign="top"><bold>.25**</bold></td>
<td align="center" valign="top">.08</td>
<td align="center" valign="top"><bold>.17**</bold></td>
<td align="center" valign="top">&#8211;.02</td>
<td align="center" valign="top"><bold>.35**</bold></td>
<td align="center" valign="top">.07</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
</sec>
<sec>
<title>5.2 Hypothesenpr&#252;fung</title>
<p><italic>Hypothese 1: Der Gebrauch attributiver Adjektive unterscheidet sich signifikant in Abh&#228;ngigkeit des Spracherwerbsmodus</italic> (<italic>monolingual/bilingual</italic>) <italic>und der Klassenstufe drei bis sechs.</italic></p>
<p>Zur Pr&#252;fung der ersten Hypothese wurde eine multiple Regression gerechnet. <xref ref-type="table" rid="T5">Tabelle 5</xref> stellt die Mittelwerte in Abh&#228;ngigkeit des Spracherwerbsmodus und der Klasse dar. Die Varianzaufkl&#228;rung des Gesamtmodells war mit 15% signifikant (<italic>R</italic><sup>2</sup> = .15, F (2,285) = 24.37, <italic>p</italic> &#8804;.001). Mit steigender Klassenstufe nahm der Gebrauch attributiver Adjektive signifikant zu (<italic>&#946;</italic> = .29, <italic>t</italic> (285) = 5.36, <italic>p</italic> &#8804;.001). Au&#223;erdem verwendeten monolingual Lernende (Kodierung mit &#8222;1&#8220;) signifikant mehr attributive Adjektive in der Freitextproduktion als die bilingual Lernenden (Kodierung mit &#8222;2&#8220;), (<italic>&#946;</italic> = &#8211;.23, <italic>t</italic> (285) = &#8211;4.12, <italic>p</italic> &#8804;.001).</p>
<table-wrap id="T5">
<label>Tabelle 5<sup><xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref></sup></label>
<caption>
<p>Verwendung attributiver Adjektive getrennt nach monolingual und bilingual aufwachsende Sch&#252;ler*innen</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="center" valign="top">Klasse</td>
<td align="center" valign="top"><italic>M<sub>mo</sub></italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>SD<sub>mo</sub></italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>M<sub>bili</sub></italic></td>
<td align="center" valign="top"><italic>SD<sub>bili</sub></italic></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="center" valign="top">3</td>
<td align="center" valign="top">3.77</td>
<td align="center" valign="top">2.85</td>
<td align="center" valign="top">2.70</td>
<td align="center" valign="top">1.51</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">4</td>
<td align="center" valign="top">5.27</td>
<td align="center" valign="top">4.23</td>
<td align="center" valign="top">5.28</td>
<td align="center" valign="top">3.14</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">5</td>
<td align="center" valign="top">8.49</td>
<td align="center" valign="top">7.32</td>
<td align="center" valign="top">4.79</td>
<td align="center" valign="top">3.88</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">6</td>
<td align="center" valign="top">9.02</td>
<td align="center" valign="top">5.32</td>
<td align="center" valign="top">5.65</td>
<td align="center" valign="top">5.15</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p><italic>Hypothese 2: Der Gebrauch pr&#228;dikativer Adjektive der bilingual Lernenden ist vergleichbar mit den monolingual Lernenden von der dritten bis zur sechsten Klasse.</italic></p>
<p>Der Levene-Test war nicht signifikant, wonach Varianzhomogenit&#228;t vorlag (<italic>F</italic> (1,286) = 0.02, <italic>p</italic> = .902). Die bilinguale Gruppe verwendete im Mittel<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref> weniger pr&#228;dikative Adjektive als die monolinguale Gruppe (<italic>M<sub>bili</sub></italic> = 2.16, <italic>SD<sub>bili</sub></italic> = 2.36 vs. <italic>M<sub>mo</sub></italic> = 2.33, <italic>SD<sub>mo</sub></italic> = 2.15). Dieser Unterschied war nicht signifikant (<italic>t</italic> (286) = 0.65, <italic>p</italic> = .514, <italic>d</italic> = .08).</p>
<p><italic>Hypothese 3: Der Gebrauch adverbialer Adjektive der bilingual Lernenden ist vergleichbar mit dem Gebrauch der monolingual Lernenden der jeweiligen Jahrgangsstufen drei bis sechs.</italic></p>
<p>Der Levene-Test war signifikant, wonach die Varianzhomogenit&#228;t als verletzt angesehen werden muss (<italic>F</italic> (1,286) = 31.77, <italic>p</italic> &#8804;.001). Die Gruppe der bilingual Lernende verwendete im Mittel weniger adverbiale Adjektive als die monolinguale Gruppe (<italic>M<sub>bili</sub></italic> = 0.13, <italic>SD<sub>bili</sub></italic> = 0.37 vs. <italic>M<sub>mo</sub></italic> = 0.33, <italic>SD<sub>mo</sub></italic> = 0.06). Dieser Unterschied war signifikant (<italic>t</italic> (209.80) = 2.90, <italic>p</italic> = .004, <italic>d</italic> = .34). Der Effekt kann gem&#228;&#223; Cohen (<xref ref-type="bibr" rid="B11">1992</xref>) als klein klassifiziert werden.</p>
<p><italic>Hypothese 4: Partizipial gebildete Adjektive werden signifikant mehr von monolingual Lernenden verwendet als von bilingual Lernenden von der dritten bis zur sechsten Klasse.</italic></p>
<p>Der Levene-Test war signifikant, wonach die Varianzhomogenit&#228;t als verletzt angesehen werden muss (<italic>F</italic> (1,285) = 31.11, <italic>p</italic> &#8804;.001). Die bilinguale Gruppe verwendete im Mittel weniger partizipial attributive Adjektive als die monolinguale Gruppe (<italic>M<sub>bili</sub></italic> = 0.06, <italic>SD<sub>bili</sub></italic> = 0.23 vs. <italic>M<sub>mo</sub></italic> = 0.19, <italic>SD<sub>mo</sub></italic> = 0.05). Dieser Unterschied war signifikant (<italic>t</italic> (190.99) = 2.70, <italic>p</italic> = .007, <italic>d</italic> = .32). Der Effekt kann gem&#228;&#223; Cohen (<xref ref-type="bibr" rid="B11">1992</xref>) als klein klassifiziert werden.</p>
<p><italic>Hypothese 5: Monolingual Lernende verwenden kompositionelle Adjektive signifikant mehr als bilingual Lernende von der dritten bis zur sechsten Klasse.</italic></p>
<p>Der Levene-Test war signifikant, wonach die Varianzhomogenit&#228;t als verletzt angesehen werden muss (<italic>F</italic> (1,285) = 12.60, <italic>p</italic> &#8804;.001). Die bilingual Lernenden verwendeten im Mittel weniger kompositionelle Adjektive als die monolingual Lernenden (<italic>M<sub>bili</sub></italic> = 0.38, <italic>SD<sub>bili</sub></italic> = 0.88 vs. <italic>M<sub>mo</sub></italic> = 0.69, <italic>SD<sub>mo</sub></italic> = 1.15). Dieser Unterschied war signifikant (<italic>t</italic> (265.64) = 2.57, <italic>p</italic> = .011, <italic>d</italic> = .30). Der Effekt kann gem&#228;&#223; Cohen (<xref ref-type="bibr" rid="B11">1992</xref>) als klein klassifiziert werden.</p>
<p><italic>Hypothese 6: Monolingual Lernende verwenden derivative Adjektive signifikant mehr als bilingual Lernende von der dritten bis zur sechsten Klasse.</italic></p>
<p>Der Levene-Test war signifikant, wonach die Varianzhomogenit&#228;t als verletzt angesehen werden muss (<italic>F</italic> (1,285) = 34.14, <italic>p</italic> &#8804;.001). Die bilinguale Gruppe verwendete im Mittel weniger derivative Adjektive als die monolinguale Gruppe (<italic>M<sub>bili</sub></italic> = 0.11, <italic>SD<sub>bili</sub></italic> = 0.36 vs. <italic>M<sub>mo</sub></italic> = 0.31, <italic>SD<sub>mo</sub></italic> = 0.72). Dieser Unterschied war signifikant (<italic>t</italic> (206.84) = 2.91, <italic>p</italic> = .004, <italic>d</italic> = .35). Der Effekt kann gem&#228;&#223; Cohen (<xref ref-type="bibr" rid="B11">1992</xref>) als klein klassifiziert werden.</p>
<p><italic>Hypothese 7: Bilingual Lernende verwenden nicht signifikant mehr wertende Adjektive</italic> (<italic>sch&#246;n, gut, h&#228;sslich, chaotisch</italic>) <italic>als monolingual Lernende von der dritten bis zur sechsten Klasse.</italic></p>
<p>Der Levene-Test war signifikant, wonach die Varianzhomogenit&#228;t als verletzt angesehen werden muss (<italic>F</italic> (1,286) = 18.87, <italic>p</italic> &#8804;.001). Entgegen der postulierten Hypothese verwendete die bilinguale Gruppe im Mittel mehr wertende Adjektive als die monolinguale Gruppe (<italic>M<sub>bili</sub></italic> = 0.44, <italic>SD<sub>bili</sub></italic> = 0.94 vs. <italic>M<sub>mo</sub></italic> = 0.22, <italic>SD<sub>mo</sub></italic> = 0.50). Der Unterschied zwischen beiden Gruppen ist jedoch nicht signifikant (.013 &gt;.008<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref>).</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>6. Limitationen</title>
<p>Die Ergebnisse unterliegen einigen Beschr&#228;nkungen: Bei der vorliegenden Studie wurden Texte von Sch&#252;ler*innen unterschiedlicher Schularten erhoben, so dass es sich nicht um eine longitudinale Studie handelt. Unser Beitrag st&#252;tzt sich auf Querschnittsdaten, die die Entwicklung des Adjektivgebrauchs von Sch&#252;ler*innen zu einem definierten Zeitpunkt in ihrer Schullaufbahn abbilden. Hinzu kommt, dass die ungleich besetzten Zellen bei der Analyse zu kleineren Verzerrungen bei der Datenauswertung gef&#252;hrt haben k&#246;nnen. Varianz in der Adjektivverwendung k&#246;nnte systematisch auf unterschiedliche Spracherfahrungen zur&#252;ckzuf&#252;hren sein. Zudem waren bilinguale Sch&#252;ler*innen &#252;ber die einzelnen Jahrgangsstufen und Schularten nicht gleichverteilt. Weiterhin ist davon auszugehen, dass Sch&#252;ler*innen sich systematisch im Vorwissen bzw. in ihren Erfahrungen mit (Bild-) Beschreibungen unterscheiden, wenn sie unterschiedliche Schulen, Jahrgangsstufen und Klassen besuchen.</p>
<p>Neben der Durchf&#252;hrung eines Pr&#228;tests sollte die angemessene Ber&#252;cksichtigung der genesteten Datenstruktur (in Form von hierarchischen linearen Modellen) in zuk&#252;nftigen Studien daher ber&#252;cksichtigt werden. Da die Adjektivverwendung nur monoexemplarisch an Bildbeschreibungen gemessen wurde, ist die externe Validit&#228;t der Studie zun&#228;chst auf diese Textart beschr&#228;nkt. Zuk&#252;nftige Forschung sollte neben Spracherfahrungen der Sch&#252;ler*innen den Adjektivgebrauch auch in weiteren Textarten untersuchen, um die &#220;bertragbarkeit der Ergebnisse in den didaktischen Kontext auszuweiten. Zudem sind die gefundenen Unterschiede zwischen den monolingual und bilingual Lernenden eher gering, da nur kleine bis mittlere Effektst&#228;rken auftraten werden konnten.</p>
</sec>
<sec>
<title>7. Diskussion</title>
<p>Zuerst ist festzuhalten, dass das Auftreten fast aller zu pr&#252;fenden Adjektiven miteinander korreliert. Verwenden Sch&#252;ler*innen also mehr attributive Adjektive, dann verwenden sie gleichzeitig auch mehr pr&#228;dikative, adverbiale usw. Adjektive, was auf einen Ausbau des mentalen Lexikons und Ausdrucksinventars schlie&#223;en l&#228;sst. Ausnahmen der Abh&#228;ngigkeit finden sich u.a. bei wertenden Adjektiven, die nicht mit attributiven und adverbialen Adjektiven signifikant korrelieren. Wertende Adjektive wurden vor allem pr&#228;dikativ verwendet z.B. <italic>die Frau ist sch&#246;n; das Kleid ist sch&#246;n</italic>. Weitere nicht signifikante Korrelationen zeigen sich bei Adjektivkompositionen, die nicht signifikant mit wertenden Adjektiven korrelieren, bei Adjektivderivation mit Suffixendung <italic>-lich</italic>, die nicht mit adverbialen und wertenden Adjektiven korrelieren und bei partizipial attributiven Adjektiven, die nicht signifikant mit wertenden und Adjektivderivation auftreten.</p>
<p>In Bezug auf die Frage, ob es Unterschiede zwischen monolingualen und deutsch-bilingualen Sch&#252;ler*innen im Gebrauch von attributiven, pr&#228;dikativen und adverbialen Adjektiven sowie den Subtypen partizipial attributiver und partizipial pr&#228;dikativer Adjektive gibt, zeigen sich Divergenzen beim Gebrauch attributiver Adjektive bei bilingualen Sch&#252;ler*innen, was auch im Vorfeld angenommen wurde. Orientiert man sich an den &#220;berlegungen von Kleinschmid-Schinke (<xref ref-type="bibr" rid="B30">2020: 100</xref>), dass attributive Adjektive eine st&#228;rkere Integrationstiefe aufweisen als pr&#228;dikative Adjektive, weil sie analog zu Pohl (<xref ref-type="bibr" rid="B46">2007: 405</xref>) unter komprimierte Syntax fallen, dann ist der unterschiedliche Gebrauch attributiver Adjektive zwischen monolingual und bilingual Lernenden zu problematisieren. Die attributiven Adjektive komprimieren die Syntax und lassen sich in Bezug auf das N&#228;he-Distanz-Modell von Koch und Oesterreicher (<xref ref-type="bibr" rid="B34">1985</xref>) dem distanzsprachlichen Pol zuordnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">Kleinschmid-Schinke 2020: 341&#8211;344</xref>), was einen Bereich der schulischen Vermittlung darstellt. Zudem eignen sich attributive Adjektive besonders gut, um Beschreibungen anzufertigen, da sie referentielle Nomen besonders genau und detailliert spezifizieren k&#246;nnen, was in der schulischen Vermittlung h&#228;ufig gefordert wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Janle 2009: 56&#8211;66</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B31">Klotz 2013: 165</xref>). Gleichzeitig zeigt sich auch, dass die Zahl der attributiv verwendeten Adjektive mit steigender Jahrgangsstufe zunimmt.</p>
<p>Die Hypothese, dass der Gebrauch pr&#228;dikativer Adjektive zwischen den beiden Lerngruppen gleich verl&#228;uft, konnte best&#228;tigt werden. Studien zur Ontogenese von Adjektiven (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">Groba 2014</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B18">Geveler et al. 2018</xref>) zeigen, dass das Auftreten pr&#228;dikativer Adjektive in unterschiedlichen Sprachen &#228;hnlich verl&#228;uft und bereits fr&#252;h beginnt, was u.a. darauf zur&#252;ckzuf&#252;hren ist, dass pr&#228;dikative Adjektive einfacher zu erlernen sind und der Einsatz attributiver Adjektive kommunikativ h&#228;ufig nicht n&#246;tig ist.</p>
<p>Die Annahme, dass adverbial gebrauchte Adjektive von bilingual aufwachsenden Sch&#252;ler*innen in gleichem Ma&#223;e verwendet werden wie von monolingual aufwachsenden Sch&#252;ler*innen, konnte nicht best&#228;tigt werden. Die Hypothese gr&#252;ndet auf der &#220;berlegung, dass adverbial gebrauchte Adjektive &#228;hnlich wie pr&#228;dikativ gebrauchte Adjektive weniger stark in die Nominalphrase integriert sind, so dass das Auftreten fr&#252;her erfolgt. Wahrscheinlicher ist jedoch vielmehr, dass nicht die Integrationstiefe bedeutsam ist, sondern vielmehr der den Sch&#252;ler*innen zur Verf&#252;gung stehende Wortschatz. Die Unterrepr&#228;sentation von Adverbien wird u.a. auch bei Hirschmann und Kolleg*innen (<xref ref-type="bibr" rid="B23">2013</xref>) thematisiert, welche die Unterrepr&#228;sentation syntaktischer Kategorien untersucht haben, worunter bspw. auch adverbial gebrauchte Adjektive fallen.</p>
<p>Neben dem pr&#228;dikativen, attributiven und adverbialen Auftreten der Adjektive wurden in der Studie noch adjektivische Wortbildungen untersucht, da sie den adjektivischen Wortschatz mit repr&#228;sentieren und gleichzeitig z.B. durch die Derivationen ein gewisses Ma&#223; an Flexibilit&#228;t im Umgang mit Adjektiven aufzeigen. Als komplexe Adjektive k&#246;nnen die grammatischen Adjektivwortbildungen bezeichnet werden, die aus dem Partizip I und Partizip II gebildet werden. Die Annahme, dass bilingual Lernende weniger partizipial attributive Adjektive verwenden als monolingual Lernende, hat sich best&#228;tigt. Dass der Gebrauch der transpositorischen Adjektive von den beiden Lerngruppen unterschiedlich verwendet wird, ist zu problematisieren, da produktive Wortbildung den Wortschatz erweitert und die sprachliche Flexibilit&#228;t betrifft. Je mehr adjektivische Wortbildungen in einer Bildbeschreibung verwendet werden, umso facettenreicher fallen die Texte aus.</p>
<p>In eine &#228;hnliche Richtung weisen auch die Ergebnisse der f&#252;nften und sechsten Hypothese, welche sich auf die adjektivische Wortbildung mittels Adjektivkompositionen und Derivation beziehen. Ausgangspunkt war auch hier, dass signifikante Unterschiede zwischen den beiden Spracherwerbsgruppen im Gebrauch der Adjektivkompositionen und Derivationen existieren. In beiden F&#228;llen verwenden monolingual Lernende mehr Adjektivwortbildungen als bilingual Lernende. Gerade der Einsatz von Adjektivkompositionen in Bildbeschreibungen zeigt dabei einen erweiterten Adjektivwortschatz und die M&#246;glichkeit detailliertere Spezifikationen vorzunehmen (z.B. <italic>blaugr&#252;n</italic> vs. <italic>blau</italic>), was dem Ziel der schulischen Vermittlung in Bezug auf die Textsorte entgegenkommt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Janle 2009: 66&#8211;71</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B17">Fleischer / Barz 2012: 297&#8211;304</xref>).</p>
<p>In der schulischen Vermittlung werden Beschreibungen als m&#246;glichst sachorientierte und wertungsfreie Textsorte thematisiert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B42">Michalak / Lemke / Goeke 2014: 136</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B36">Kunze 2017: 7</xref>). Es kommen jedoch in den Texten der Sch&#252;ler*innen eindeutig wertende Adjektive vor (<italic>sch&#246;n, gut, h&#228;sslich, chaotisch</italic>). Ein statistischer Unterschied zwischen bilingual und monolingual Lernenden ist nicht vorhanden. Sowohl bei monolingual als auch bei bilingual Lernenden kommen prototypisch wertende Adjektive vor. Bedenkt man, dass eine didaktische Zielsetzung im Deutschunterricht in Baden-W&#252;rttemberg darin besteht, dass Sch&#252;ler*innen Beschreibungen m&#246;glichst sachlich und neutral verfassen sollen, dann steht der Gebrauch wertender Adjektive der Vermittlung entgegen, zumal diese auch nicht zu einer Spezifizierung der zu beschreibenden Gegenst&#228;nde oder Sachverhalte beitragen.</p>
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<fn id="n1"><p><italic>Beschreiben als Grundlage sprachlichen Handelns im Deutschunterricht</italic>. CampusSchule Projekt der Universit&#228;t Koblenz-Landau, Projektleitung Katharina Kellermann, Laufzeit 2022&#8211;2023.</p></fn>
<fn id="n2"><p>Im Folgenden beziehen sich Unterstreichungen immer auf das genannte Ph&#228;nomen. F&#252;r das vorliegende Beispiel <italic>oben angesprochene</italic> l&#228;sst sich der intersubjektive Geltungsanspruch darauf beziehen, dass die Kritikpunkte zuvor erw&#228;hnt und von mehreren Personen akzeptiert wurden.</p></fn>
<fn id="n3"><p><italic>Anmerkungen. M</italic> = Mittelwert des Alters, <italic>SD</italic> = Standardabweichung des Alters, <italic>N</italic>(<italic>bili</italic>) = Anzahl der bilingualen Sch&#252;ler*innen.</p></fn>
<fn id="n4"><p><italic>Anmerkungen. Md</italic> = Median, <italic>Max</italic> = gr&#246;&#223;ter beobachteter Wert, <italic>Min</italic> = kleinster beobachteter Wert, <italic>Total</italic> = absolute beobachtete H&#228;ufigkeiten.</p></fn>
<fn id="n5"><p><italic>Anmerkungen. M</italic> = Mittelwert, <italic>SD</italic> = Standardabweichung, <italic>bili</italic> = bilingual aufwachsende Sch&#252;ler*innen, <italic>mo</italic> = monolingual aufwachsende Sch&#252;ler*innen.</p></fn>
<fn id="n6"><p><italic>Anmerkungen. Adj</italic> = Adjektiv, <italic>att</italic>= attributiv. **p &#8804; .001.</p></fn>
<fn id="n7"><p><italic>Anmerkungen. M</italic> = Mittelwert, <italic>SD</italic> = Standardabweichung, <italic>bili</italic> = bilingual aufwachsende Sch&#252;ler*innen, <italic>mo</italic> = monolingual aufwachsende Sch&#252;ler*innen.</p></fn>
<fn id="n8"><p>Im vorliegenden Beitrag wird immer von Mittel gesprochen, was gleichbedeutend mit Durchschnitt verwendet wird.</p></fn>
<fn id="n9"><p>Hier handelt es sich um die nach Bonferroni-Holmes-korrigierte Signifikanzgrenze (p/Anzahl der bereits gezogenen Vergleiche*) *=6.</p></fn>
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<ref id="B40"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Marschall</surname>, <given-names>Gottfried R.</given-names></string-name> (<year>2018</year>): <chapter-title>Zum Verh&#228;ltnis von Bewertung und Beschreibung beim Adjektiv</chapter-title>. In: <string-name><surname>Baumann</surname>, <given-names>Carolin</given-names></string-name> / <string-name><surname>Dab&#243;czi</surname>, <given-names>Vikt&#243;ria</given-names></string-name> / <string-name><surname>Hartlmaier</surname>, <given-names>Sarah</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Adjektive. Grammatik, Pragmatik, Erwerb</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>de Gruyter</publisher-name>, <fpage>252</fpage>&#8211;<lpage>287</lpage>.</mixed-citation></ref>
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<title>Biographische Notiz:</title>
<p>Katharina Kellermann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Grundschulp&#228;dagogik der Rheinland-Pf&#228;lzischen Technischen Universit&#228;t Kaiserslautern Landau. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich der sprachlichen und literalen Entwicklung von einsprachig und mehrsprachig Lernenden.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Kontaktanschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Katharina Kellermann</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Rheinland-Pf&#228;lzische Technische Universit&#228;t Kaiserslautern Landau</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">August-Croissant-Stra&#223;e 5</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">76829 Landau</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Deutschland</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:k.kellermann@rptu.de">k.kellermann@rptu.de</ext-link></styled-content></p>
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<title>Biographische Notiz:</title>
<p>Lukas Schmitt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Grundschulp&#228;dagogik der Rheinland-Pf&#228;lzischen Technischen Universit&#228;t Kaiserslautern Landau. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich des fr&#252;hen naturwissenschaftlichen Lernens, Testevaluation und der sprachlichen Entwicklung im Kindes- und Jugendalter.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Kontaktanschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Lukas Schmitt</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Rheinland-Pf&#228;lzische Technische Universit&#228;t Kaiserslautern Landau</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">August-Croissant-Stra&#223;e 5</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">76829 Landau</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Deutschland</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:lukas.schmitt@rptu.de">lukas.schmitt@rptu.de</ext-link></styled-content></p>
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