Vom Behaviorismus zum Konstruktivismus. Das Problem der Übertragbarkeit lernpsychologischer und -philosophischer Erkenntnisse in die Fremdsprachendidaktik
Vom Behaviorismus zum Konstruktivismus. Das Problem der Übertragbarkeit lernpsychologischer und -philosophischer Erkenntnisse in die Fremdsprachendidaktik
Wie immer bei Begriffen, die einerseits fest in der Alltagssprache verankert sind und andererseits als Fachtermini in verschiedenen Wissenschaftszweigen gebraucht werden, scheint eine exakte Bestimmung des damit Bezeichneten kaum noch möglich zu sein. Der Begriff "Lernen" fällt zweifelsohne in diese Kategorie. Der alltägliche Gebrauch des Terminus kommt ohne eine exakte Definition aus und verkraftet problemlos Widersprüchlichkeiten wie im Falle des "Verlernens": kann man etwas, was man tatsächlich gelernt hat, wieder verlernen, oder hat man alles, was man wieder verlernt, nicht richtig gelernt, weil man es eben wieder verlernt? Genau an dem Punkt, an dem festgelegt wird, wie lange und in welcher Qualität man Gelerntes abrufbereit hat bzw. haben sollte, liegen auch die Schwachstellen vieler wissenschaftlicher Definitionsversuche. Ebenfalls kennzeichnend für den Gebrauch des Begriffes sowohl in der Alltagssprache als auch häufig in fachlichen Zusammenhängen ist eine Vermischung bis hin zur Gleichsetzung von Lernen mit Lehren, von Holzkamp (1995, p. 481) als "Lehrlernkurzschluß" bezeichnet.

