Risikotechnologien in europäischen Mediendiskursen : Der korpuslinguistische Zugriff am Beispiel „Biotechnologie“
Risikotechnologien in europäischen Mediendiskursen : Der korpuslinguistische Zugriff am Beispiel „Biotechnologie“
In diesem Beitrag wird exemplarisch vorgeführt, wie sprachstatistische Verfahren, die im Rahmen der sog. „Korpuslinguistik“ entwickelt werden, im Bereich der Risikoforschung eingesetzt werden können. Es wird gezeigt, wie einzelne Technologien in Medientexten als Risiken thematisiert werden und was daraus jeweils für die Konzeptualisierung von „Risiko“ folgt. Korpuslinguistische Verfahren ermöglichen einen großflächigen Zugriff auf sprachliche Ordnungsmuster, die mit der entsprechenden Heuristik als Spuren begrifflich gefasster Perspektiven auf Sachverhalte interpretiert werden können. Beispielhaft werden im folgenden Beitrag Korpusdaten zur Wahrnehmung von Grüner Gentechnik als Risikotechnologie aus der deutschen, englischen und italienischen Presse dargestellt. Dabei zeigt sich, dass der Risikobegriff jeweils Eigenheiten aufweist, die sich in einer je spezifischen Überlagerungssituation von nationalen Bewertungstraditionen und der je thematischen Technologie formieren. Durch den Einsatz der Korpuslinguistik lassen sich kollektive Einstellungen und Denkmuster zu Risiken nicht nur erahnen und am Einzelfall zeigen, sondern in ihrem Ausmaß und ihrer gesellschaftlichen Relevanz im Wortsinne ermessen. Auf diese Weise lassen sich verlässliche Daten über die Einstellung öffentlicher Akteure zu Risikotechnologien erheben und als Basis für gesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Beratungen fruchtbar machen.

