Rezension: PAUL DRECHSEL; BETTINA SCHMIDT & BERNHARD GÖLZ (2000), Kultur im Zeitalter der Globalisierung. Von Identität zu Differenzen
Rezension: PAUL DRECHSEL; BETTINA SCHMIDT & BERNHARD GÖLZ (2000), Kultur im Zeitalter der Globalisierung. Von Identität zu Differenzen
Dass das Erlernen einer fremden Sprache mit dem lernenden und verstehenden Zugang zu einer fremden Kultur einher geht, darüber besteht heute in allen Fremdsprachenwissenschaften wohl weitgehend Konsens. Probleme der ‚interkulturellen Kommunikation‘, des ‚interkulturellen Lernens‘ und des ‚Kulturverstehens‘ gehören daher seit einigen Jahren zum Standardprogramm dieser Wissenschaften in Forschung und Lehre, ohne dass man sich über den Kernbegriff, von dem alle diese Benennungen ja Gebrauch machen, den Begriff der Kultur nämlich, allzu viel Gedanken machen würde. So herrscht in den Fremdsprachendisziplinen bis heute ein in aller Regel wenig reflektierter Gebrauch jenes pluralisierten und auf prinzipiell alle Gesellschaftsformationen verallgemeinerten ethnologischen Begriffs vor, wonach ‚Kultur‘ insbesondere die Gesamtheit der Lebensweise eines Kollektivs oder einer Gesellschaft meint. Die Gesellschaften oder Kollektive, auf die ‚Kultur‘ in diesem Sinn bezogen wird, werden dabei meist ohne Weiteres mit Nationen bzw. Staatsgesellschaften identifiziert, denen auch meist eine bestimmte Sprache zugeordnet werden kann

