Kognitionswissenschaften und Fremdsprachenunterricht: Einführung
Kognitionswissenschaften und Fremdsprachenunterricht: Einführung
Im Fremdsprachenunterricht spielen seit langem die Grammatik und die Linguistik eine tragende, wenn nicht sogar richtungsweisende Rolle. Die Grammatik ist in den Köpfen vieler Lehrwerkautoren und Lehrer trotz vieler Phasen der Zuwendung zu handlungs- und inhaltsorientierten Ansätzen und trotz auf Standards und Kompetenzen ausgerichteter Richtlinien das zentrale Element des Fremdsprachenunterrichts geblieben. An der Darstellung der Grammatik in den gängigen (auch den neuesten Lehrwerken) hat sich dabei mit wenigen Ausnahmen außer den Farben nicht sonderlich viel geändert. Wo es zaghafte Ansätze zu einer text- oder kognitionslinguistisch fundierten „didaktisierten“ Grammatik gibt (vgl. hier vor allem Thurmair 1997 und Olejarka 2008) steht offenbar noch ein langer Weg zur Umsetzung in Lehrwerke bevor. Die Grundeinstellung von Praxis und Wissenschaft lässt sich eher als die eines nice-to-have statt eines must have charakterisieren. In der Lehrerausbildung sieht es offenbar nicht anders aus: viele Studiengänge, vor allem die DaF-relevanten, weisen eine deutliche linguistische Prägung auf, die sich mancherorts vor allem an schulgrammatischen und präskriptiven Konzepten orientiert und zuweilen auch auf spezielle linguistische Aspekte verengt sein kann.

