Hydrogeologische Herkunft und geothermisches Potenzial der Thermalquellen von Hintertux, Österreich
Hydrogeologische Herkunft und geothermisches Potenzial der Thermalquellen von Hintertux, Österreich
Europas höchste Thermalquellen in Hintertux, Tirol, sind bis zu 22,5 °C warm und werden zu etwa 30 % genutzt. Bisher lag kein detailliertes konzeptionelles Modell vor, das alle Besonderheiten der Anomalie gemeinsam erklärt hätte. Nur mit einem hydrogeologischen Modell ist eine Erweiterung der Nutzung nachhaltig planbar. Es wurden klassische hydrogeologische und hydrochemische Methoden eingesetzt, unter anderem natürliche Tracer, geochemische Indikatoren und stabile Isotopen (δ¹⁸O, δD, δ³⁴S), um die Entstehung der Thermalwässer und darin involvierte Grundwasserleiter zu identifizieren. Die Untersuchungen wurden 2011–2018 an Wässern aus 14 weiteren Quellen und zwei Tunneln durchgeführt. Die Studie zeigt, dass das Grierkar zum meteorischen Einzugsgebiet der Thermalquellen gehört, wobei der Abfluss über die Schwinden an der Grieralm in den Hochstegenmarmor gelangt. Die Temperaturerhöhung erfolgt ursächlich aus dem weiteren Zufluss (20–40 %) von tieferen Zentralgneiswässern im Nordhang des Schmittenberges, wobei diese hydraulische Verbindung wahrscheinlich im Zusammenhang mit den Tuxer Scherzonen steht.
Europe’s highest thermal springs are located at 1500 m asl in Hintertux, Tyrol. Only 30% of the springs with temperatures up to 22.5 °C are utilized. Future exploration and exploitation will require quantifying their resource potential and development of a conceptual hydrogeological model. A detailed and comprehensible explanation of the thermal anomaly has not yet been formulated. Methods including a combination of natural tracers, geochemical indicators and stable isotopes (δ¹⁸O, δD, δ³⁴S) have been used for identifying their genesis and their associated aquifers. Hydrogeological and hydrochemical investigations have been conducted from 2011–2018, evaluating groundwater from 14 surrounding springs and two tunnels. This study shows that the thermal water originates mainly from rock glaciers and meteoric waters from the Grierkar, entering swallow holes of the Hochstegen formation at the Grieralm. The thermal anomaly is caused by a groundwater component (20–40%) from footwall gneisses, probably connected to the marble aquifer by the Tux shear zones.

