Die dunkle Seite der Ansichtskarte : Eine kollaborative Suche nach kontragenerischen Textpraktiken
Die dunkle Seite der Ansichtskarte : Eine kollaborative Suche nach kontragenerischen Textpraktiken
»Den Schreibern geht es praktisch nie schlecht«, so überschreibt die Rhein-Neckar-Zeitung einen Bericht über das Forschungsprojekt, in dessen Rahmen dieser Beitrag steht (RNZ vom 01.10.19). 1 ›Schreiber‹ sind hier Menschen, die Ansichtskarten verfassen. Gemeint ist mit dieser Überschrift natürlich nicht die tatsächliche Verfassung der Kartenschreiberinnen und -schreiber, sondern vielmehr die vermeintliche Tatsache, dass man auf Ansichtskarten bevorzugt über Positives schreibt – man will ja die wenigen Zeilen, die einem auf einer Ansichtskarte zur Verfügung stehen, nicht dazu nutzen, um sich und anderen die Laune zu verderben, die typischerweise eine Urlaubslaune ist. Noch dazu würden sich schlechte Nachrichten mit den Palmenstränden, Sonnenuntergängen, wolkenlosen Himmeln, Bergpanoramen und städtischen Schokoladenseiten beißen, die in der Regel die Vorderseite von Postkarten schmücken.

