Migrationssensibler Fremdsprachenunterricht und Translanguaging: Dilemmata eines Konzepts aus der Sicht der Schulfremdsprachen jenseits von Englisch
Migrationssensibler Fremdsprachenunterricht und Translanguaging: Dilemmata eines Konzepts aus der Sicht der Schulfremdsprachen jenseits von Englisch
Der Beitrag widmet sich dem migrationssensiblen Fremdsprachenunterricht und diskutiert dabei die Frage, inwieweit das Konzept des translanguaging einen Beitrag für seine Erforschung und didaktische Weiterentwicklung darstellen kann. Den zweiten und dritten Fremdsprachen, die in der Regel nach Englisch gelernt werden, soll dabei besonderes Augenmerk zukommen. Diese können einerseits als Feld gelten, in dem auch lebensweltliche Mehrsprachigkeit in besonderer Weise gefördert werden kann. Allerdings erreicht der Unterricht in den Sprachen außer Englisch in der Regel nur jene lebensweltlich mehrsprachigen Schülerinnen und Schüler, die ein Gymnasium (bzw. eine andere Schulform) besuchen, an denen mehr als eine Fremdsprache unterrichtet wird, also die relativ bildungserfolgreichen unter ihnen. Der Beitrag setzt sich mit verschiedenen Perspektiven auseinander, die im Kontext der Öffnung des Fremdsprachenunterrichts für eine migrationssensible Methodik und Didaktik diskutiert werden und diskutiert dafür kritisch Ansätze des Konzepts translanguaging. Den Ausblick bildet die Skizze eines ethnographischen Projekts im Französischunterricht, das translanguaging als sensibilisierendes Konzept für die Rekonstruktion mehrsprachiger Praktiken nutzt.
The article focusses on how translanguaging can contribute to research and further didactic development of migration-sensitive foreign language teaching. Special attention will be paid to second and third foreign languages beyond English. Those can be both regarded as a place in which plurilingualism can be promoted and as a specific feature of the German 'Gymnasium', where they hold strongly exclusionary characteristics. Language programs in second or third languages generally only reach those multilingual pupils who attend a ‚Gymnasium‘ (or other type of secondary school where more than one foreign language is taught), i.g. the educationally successful among them. The contribution deals with contradictory perspectives in the context of migration-sensitive foreign-language didactics and discusses critically translanguaging approaches. In the outlook, an ethnographic project is presented, which uses translanguaging as a sensitizing concept for the reconstruction of multilingual practices in the French as a foreign language classroom.

