Zum Kulturbegriff des Faches Deutsch als Fremdsprache
Zum Kulturbegriff des Faches Deutsch als Fremdsprache
Die Weiterentwicklung des kommunikativen zum interkulturellen Ansatz in der Fremdsprachendidaktik hat zu einer deutlichen Aufwertung des Wortes 'Kultur' und seiner verschiedenen Ableitungen im Rahmen des Faches Deutsch als Fremdsprache geführt. In nahezu allen Veröffentlichungen ist von 'Kultur', von 'kulturspezifischen' oder 'kulturbedingten' Verhaltens- oder Denkmustern, von 'interkulturellem', 'kulturkontrastivem' oder 'kulturvergleichendem' Vorgehen, von der Dialektik von 'eigener' und 'fremder Kultur', von 'Kulturschock' oder 'Kulturverstehen' die Rede. Insbesondere in neueren Versuchen, den Gegenstand und die spezifischen Forschungsmethoden des Faches Deutsch als Fremdsprache genauer zu definieren und abzugrenzen, wird die prominente Rolle des Kulturbegriffs sichtbar, die es erlaubt, von 'Kultur' als einem Kernbegriff des Faches zu sprechen. So bringt etwa Konrad Ehlich sicherlich einen gewissen Konsens des Faches zum Ausdruck, wenn er auf die Notwendigkeit hinweist, Sprache im Rahmen des Faches Deutsch als Fremdsprache nicht nur als isoliertes System, sondern "im umfassenden Zusammenhang und als Ausdruck von Kultur zu verstehen", der kulturhermeneutische Aspekt des Fremdverstehens als zentraler Gegenstand des Faches aufzufassen (Ehlich, 1994, 314 f.). Ähnlich heißt es auch in Hans-Jürgen Krumms Wiener Antrittsvorlesung, "interkulturelles Lernen" stehe im "Zentrum des Deutsch als Fremdsprache-Unterrichts", denn: "Fremdsprachenlernen heißt: Zugang zu einer anderen Kultur suchen" (Krumm, 1994, 27 f.).

