Australien: Curriculare Umstrukturierungszwänge im Studiengang Germanic Studies an der University of Sydney
Australien: Curriculare Umstrukturierungszwänge im Studiengang Germanic Studies an der University of Sydney
Im Jahr 1853 begann die University of Sydney (USyd) als erste australische Universität, Französisch- und Deutschkurse anzubieten; 1866 erfolgte die Einführung beider Sprachen als Studienfächer (vgl. Schmidt 2015: 109). Die fachliche Ausrichtung lag seit Errichtung des Lehrstuhls im Jahre 1887 auf Literaturwissenschaft. Ein Bruch entstand erst mit der Etablierung der Direkten Methode in der Fremdsprachendidaktik Anfang des 20. Jahrhunderts, die als Reaktion auf die GrammatikÜbersetzungsmethode zu verstehen ist. Damit erfolgte eine Aufwertung der alltagsbezogenen anstatt der literaturbezogenen Sprachpraxis. Die curriculare Folge war, dass seit 1920 die Sprachausbildung die Literaturwissenschaft ergänzt. Die Tradition bestand darin, vollwertige australische Germanistinnen und Germanisten (früher) bzw. Expertinnen und Experten in German Studies (heute) auszubilden, während die landesweite Ausbildung von Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern für den Schulsektor bis dato kaum mehr als eine Randerscheinung bleibt.

