Rezension: Mehrsprachige Individuen – vielsprachige Gesellschaften
Rezension: Mehrsprachige Individuen – vielsprachige Gesellschaften
Die Beiträge des vorliegenden Sammelbandes spiegeln Ergebnisse der 35. Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Linguistik wider, die im September 2004 in Wuppertal stattgefunden hat. Dem „breiten“ Verständnis (7) der Forschungslinien Angewandter Linguistik treu bleibend umreißen die beiden Hauptvorträge der Tagung das Thema ‚Mehrsprachigkeit’ zum einen aus sprachenpolitischer und zum anderen aus spracherwerbstheoretischer Sicht. Theo van Els wendet sich der immer wieder neu diskutierten Frage zu, wie das Sprachenproblem der Europäischen Union, gerade nach der Aufnahme neuer Mitgliedsstaaten 2004 (und 2007) gelöst werden könne. Nach Einblicken in den Status quo plädiert er dafür, „alle Mythen, die namentlich der Mehrsprachigkeit anhaften, [...] zu bekämpfen“ (29) und stattdessen einen auf empirischen Befunden beruhenden Pragmatismus bei der Wahl domänenspezifischer Arbeitssprachen (vgl. 24) zu unterstützen.

