Verbundmöglichkeiten von Kindergarten, Grundschule und Sekundarstufe I im Hinblick auf den Einsatz von bilingualem Unterricht
Verbundmöglichkeiten von Kindergarten, Grundschule und Sekundarstufe I im Hinblick auf den Einsatz von bilingualem Unterricht
Die zentralen Ziele dürften heutzutage kaum mehr kontrovers sein. Junge Europäer sollten zusätzlich zu ihrer Muttersprache (L1) mindestens zwei Sprachen so weit lernen, dass sie funktional für die Ansprüche des späteren Lebens ausreichen. Um einem differenzierten Arbeitsmarkt gerecht werden zu können, sollte das Sprachenangebot so vielfältig wie möglich gestaltet werden und in allen Schulformen möglichst flächendeckend zur Verfügung stehen. Eine Elitebildung ist dabei unbedingt zu vermeiden. Für jede der unterrichteten Sprachen sollte ein ausreichend hohes Schriftlichkeitsniveau gewährleistet werden, die betreffende Sprache sollte also hinreichend lange gefördert werden. Wichtig ist vor allem, dass in Zukunft die regional vorhandenen kleineren Sprachen verstärkt einbezogen werden. Wer die Sprachenvielfalt in Europa wirklich erhalten will, muss dafür sorgen, dass z. B. in multilingualen Gebieten auch jene Sprachen schulisch gefördert werden, die bislang gar nicht oder nur marginal im öffentlichen Erziehungssystem berücksichtigt wurden (ausführlicher z. B. Wode, 1990, 1992, 1995, 1998a). Eine integrierte Konzeption von bilingualem Unterricht (BIU) im Verbund von Kindergarten, Grundschule und Sekundarstufe I könnte all diesen Anforderungen gerecht werden.

