„Ich muss perfekt sein“ – Sprachliche Bildungsherausforderungen und Strategien von Neuzugewanderten im Fachunterricht der beruflichen Bildung
„Ich muss perfekt sein“ – Sprachliche Bildungsherausforderungen und Strategien von Neuzugewanderten im Fachunterricht der beruflichen Bildung
Sprachliche Bildung ist ein zentrales Bildungsziel im deutschen Schulsystem, dem bisher nur unzureichend Rechnung getragen wird. Im Kontext aktueller Migration ist dieser Umstand besonders problematisch, da neu zugewanderte Schülerinnen neben den inhaltlichen auch die bildungs- und fachsprachlichen Anforde-rungen im Deutschen parallel bewältigen müssen, da sie die deutsche Sprache noch erlernen. Vor diesem Hintergrund widmet sich die vorliegende empirische Untersuchung auf der Grundlage von sechs leitfadengestützten Interviews mit neu zugewanderten Schülerinnen an berufsbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen der Frage, mit welchen sprachlichen Herausforderungen sie im schulischen Berufsbildungskontext konfrontiert sind, welche Auswirkungen dies auf sie und ihr Lernen hat und welcher Strategien sie sich im Fachunterricht bedienen, um den (fach-)sprachlichen Anforderungen im Unterricht sprachlich und inhaltlich folgen zu können. Gleichzeitig zeigt diese Untersuchung die Notwendigkeit sprachsensiblen Unterrichts auf, welche sich durch die Anwesenheit neu zugewanderter Schülerinnen verstärkt, und mündet auf Grundlage der gewonnenen Daten in Implikationen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie für (angehende) Lehrerinnen.
Language education is a central educational goal in the German school system, which is not sufficiently taken into account. In the context of current migration, this situation is particularly problematic, as newly immigrated pupils must simultaneously acquire both the subject matter and the language in which it is taught. Against this background, this empirical study, based on six guided interviews with newly immigrated pupils at vocational schools in North Rhine-Westphalia, is dedicated to the question of what linguistic challenges they are confronted with in the context of vocational education at school, what effects this has on them and their learning and what strategies they use in subject lessons in order to be able to follow the (technical) language requirements in the classroom in terms of language and content. At the same time, this study demonstrates the need for language-sensitive teaching, which is intensified by the presence of newly immigrated pupils and leads to implications for school and lesson development as well as for (be-inning) teachers based on the data obtained.

