Autonomes Lernen im interkulturellen Fremdsprachenunterricht. Kriterien für die Auswahl von Lerninhalten und Lernaufgaben
Autonomes Lernen im interkulturellen Fremdsprachenunterricht. Kriterien für die Auswahl von Lerninhalten und Lernaufgaben
Neben dem Erwerb kommunikativer Kompetenz in einer fremden Sprache wird seit vielen Jahren der Erwerb einer offenen und toleranten Haltung den Ländern und Völkern gegenüber, deren Sprache man lernt, als ein natürliches und integriertes Lernziel des Fremdsprachenunterrichts (FSU) betrachtet. Die natürliche Integration dieser beiden Lernziele hat bis jetzt nicht zu einem Instrument für die Planung von Kursen, die die integrierte Entwicklung sprachlicher und kultureller Kompetenz anzielen, geführt. Dieser Beitrag nimmt sich vor, einen zusammenhängenden Kriterienkatalog, den man bei der Entwicklung von interkulturellen Fremdsprachenkursen benutzen kann, zu diskutieren. Zudem berücksichtigt er die Perspektive des autonomen Lernens, die auch im Interkulturellen Fremdsprachenunterricht nicht länger außer Betracht gelassen werden kann. Zunächst werden die wichtigsten Schlüsselbegriffe, die mit der interkulturellen Ausrichtung jeglichen Fremdsprachenunterrichts zusammenhängen, angesprochen, und wird das Lernziel 'interkulturelle kommunikative Kompetenz' analysiert. Danach wird der Frage nachgegangen, welche Kriterien für die Auswahl von kulturellen Inhalten und Lernaufgaben zur Verfügung stehen und wie der interkulturelle kommunikative Lernprozess sich stufen lässt. Der Beitrag distanziert sich vom traditionellen Kulturkundeunterricht und erklärt, warum die bisherige lehrergesteuerte Sprach- und Kulturpädagogik durch eine lerner(mit)gesteuerte, auf den Erwerb interkultureller kommunikativer Kompetenz abzielende Vorgehensweise zu ersetzen sei.

