Claeys, Gregory: Utopianism for a Dying Planet. Life After Consumerism, 608 S., Princeton UP, Princeton, NJ/Oxford 2022.
Claeys, Gregory: Utopianism for a Dying Planet. Life After Consumerism, 608 S., Princeton UP, Princeton, NJ/Oxford 2022.
Nach den durch Extremwetter gekennzeichneten Sommern der vergangenen Jahre dürfte es auch in den westlichen Demokratien nur noch wenige Menschen geben, denen das Ausmaß des Klimawandels keine existenziellen Sorgen bereitet. Zu heiß und trocken waren die letzten Sommer, zu heftig die Regenfälle, und wer nur einigermaßen regelmäßig die Nachrichten verfolgt, wird noch mit ganz anderen Schreckensmeldungen konfrontiert: vom Abschmelzen der Gletscher, der Versteppung immer größerer Flächen bis hin zu dem Wassernotstand, der sich mittlerweile auch in Südeuropa ausbreitet. Fest steht, die Menschheit steht vor einem Scheideweg. Insbesondere der konsumorientierte Lebensstil im globalen Norden, zunehmend auch in den bevölkerungsreichen Schwellenländern, der immer mehr Ressourcen verbraucht, muss enden. Wie schwierig, ja geradezu unmöglich indes der Ausstieg aus liebgewonnenen Verhaltensmustern und Konsumbedürfnissen – die Fernreise, der SUV, die Flugmango, das Steak, das neue Kleid, das im kommenden Jahr entsorgt wird – ist, erleben zumindest die Ober- und Mittelklassen der Industrienationen in ihrer alltäglichen Praxis. Moderne Gesellschaften sind kapitalistische Gesellschaften, in denen die soziale Integration wesentlich über den Konsum erfolgt.

