Praxis und Analyse interkultureller Kommunikation durch Video und Videokonferenz: Lernpotenziale und Anforderungen
Praxis und Analyse interkultureller Kommunikation durch Video und Videokonferenz: Lernpotenziale und Anforderungen
Auch neueste fremdsprachendidaktische Publikationen berücksichtigen den Video- bzw. Videokonferenzeinsatz kaum oder lediglich in großer Empirieferne. So enthält der in diesem Jahr erschienene zweite Halbband der Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (HSK) zwar einen Beitrag, in dem vor allem die Leistungsfähigkeit der lernerproduzierten Variante des älteren Mediums Video konstatiert wird: „Video eignet sich darüber hinaus, um das Lernen zu lernen: (...) wenn Schüler Filme allein oder mit ihren Lehrern drehen, ist das Lerngeschehen ‚selbstbestimmt', motiviert, macht Spaß und ist wie von allein von vielerlei Erfolg gekrönt." (Ehnert, 2001: 1099) Jedoch bleiben die den Nutzen illustrierenden Erwägungen höchst allgemeiner Natur und werden damit kaum ein brauchbarer Beitrag zur didaktischen Theoriebildung: „Video-Selbstproduktionen lassen sich in die Theorie der Freinet-Pädagogik einpassen, d.h. eines Unterrichtskonzeptes, das versucht, Lernende im Unterricht in Kontakt mit der außerunterrichtlichen Wirklichkeit zu bringen und sie zu einem kreativen Umgang mit Sprache zu befähigen (...). Allerdings sind seine [die des Mediums Fernsehen/Video, S.S.] Möglichkeiten so umfassend, dass bis jetzt keine spezifische Übungstypologie existiert." (Ehnert, 2001: 1099) Überlegungen zum neueren Medium Videokonferenz sucht man gar auch im neuesten Band der Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (HSK) vergebens.

