Zum gegenwärtigen Stand der digitalen Editorik in der Altgermanistik : einige Bemerkungen
Zum gegenwärtigen Stand der digitalen Editorik in der Altgermanistik : einige Bemerkungen
In wohl kaum einem anderen Anwendungsbereich in den Geisteswissenschaften bietet sich der Einsatz digitaler Mittel derart an wie in der Editorik volkssprachiger mittelalterlicher Texte: Wie die einschlägige Forschung der letzten Jahrzehnte gezeigt hat, sind volkssprachige Texte, wie sie etwa in der Altgermanistik auftreten, notorisch unfest, liegen in unterschiedlichen Varianten und Textgestalten vor und manifestieren sich zudem in einer Überlieferung, deren Materialität und kulturgeschichtlicher Gehalt per se von Relevanz ist (vgl. hierzu etwa grundlegend Stackmann 1964 und Bumke 1996). All das lässt sich oft besser als im Druck im digitalen Medium aufbereiten, welches bekanntermaßen nicht dieselben räumlichen Einschränkungen mit sich bringt wie die Printedition, die zwischen zwei Buchdeckeln Platz finden muss (zusammenfassend zu den Eigenschaften digitaler Editionen vgl. Sahle 2013).

