Interkultureller Fremdsprachenunterricht" und die Heterogenität von "Kulturen". Ergebnisse und Schlußfolgerungen einer qualitativ-empirischen Studie zu subjektiven Sprachlernkonzepten deutscher und taiwanesischer Jugendlicher
Interkultureller Fremdsprachenunterricht" und die Heterogenität von "Kulturen". Ergebnisse und Schlußfolgerungen einer qualitativ-empirischen Studie zu subjektiven Sprachlernkonzepten deutscher und taiwanesischer Jugendlicher
"Fremdkultur" und "Eigenkultur" sind auch heute noch Denkmodelle innerhalb eines "Interkulturellen Fremdsprachenunterrichts". Diese Dichotomisierung beinhaltet jedoch—so meine These—nicht nur eine objektivistische Weltsicht, sie abstrahiert darüberhinaus von intrakultureller Heterogenität, Dynamik und der Diskursivität interkultureller Erkenntnisse. Ich möchte in diesem Beitrag auf der Basis der Ergebnisse einer qualitativ-empirischen Untersuchung an dem konkreten Beispiel "Fremdsprachenlernen" die Heterogenität sowohl von persönlichen als auch von kulturspezifischen Deutungsmustern aufzeigen. Auch die Diskurs- und Situationsabhängigkeit von kulturspezifischen, idiosynkratischen oder auch transkulturellen Deutungsmustern werde ich deutlich machen. Im Hinblick auf die theoretische Begründung und das Selbstverständnis von "Interkulturellem Fremdsprachenunterricht" möchte ich diejenigen Ansätze unterstützen, die dichotomisierende durch multiperspektivische Denkmodelle ersetzen. In bezug auf die zunehmende Multilingualität und -kulturalität der Lernenden plädiere ich darüberhinaus für eine engere Zusammenarbeit von "Interkulturellem Fremdsprachenunterricht" und dem pädagogischen Konzept von "Interkultureller Bildung".

