Kognition und Sprachenerwerb – Einleitung in den Themenschwerpunkt
Kognition und Sprachenerwerb – Einleitung in den Themenschwerpunkt
In den letzten Jahrzehnten bewirkte der Aufschwung der kognitiv ausgerichteten Disziplinen (auch Kognitionswissenschaften genannt) sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der angewandten Forschung vieler Fachbereiche wie der Psychologie, der Pädagogik, der Computerwissenschaften und der Neurowissenschaften einen deutlichen Paradigmenwechsel. In der Spracherwerbsforschung ist der Beitrag der kognitiven Linguistik (vgl. Lakoff/Johnson 1980; Langacker 1987) besonders bemerkbar. Vor allem in ihren Anfängen standen die Hauptpostulate der kognitiven Linguistik in starkem Kontrast zu dem damals vorherrschenden formellen Sprachverständnis, wie es vom Generativismus propagiert wurde. Im Kontext der kognitiven Linguistik wird die Sprache nämlich als ein bedeutungsvolles System symbolischer Strukturen (Symbolic Thesis) aufgefasst, das stets unsere (nicht-linguistische) Konzeptualisierung der Welt widerspiegelt (Conzeptualization The-sis) (vgl. Evans 2012).

