„Ich will das hier nicht ausführlich erläutern; denn das ist viel zu kompliziert“. Terminologiearbeit und terminologische Arbeitsverweigerung in Plenardebatten des Deutschen Bundestags
„Ich will das hier nicht ausführlich erläutern; denn das ist viel zu kompliziert“. Terminologiearbeit und terminologische Arbeitsverweigerung in Plenardebatten des Deutschen Bundestags
Der Aufsatz beschreibt den metasprachlichen Umgang mit Termini im Deutschen Bundestag. Es geht also um die sprachliche Praxis der Terminologiearbeit in einem Umfeld, in dem Begriffsarbeit und Fachsprache zwar einerseits konstitutiv sind, anderseits aber die persuasive Grundfunktion politischer Sprache Verständlichkeit und Allgemeinsprachlichkeit voraussetzt. Auf der Datenbasis der linguistisch aufbereiteten Plenarprotokolle des Deutschen Bundestags wende ich ein korpushermeneutisches Verfahren an. Die verschiedenen Praktiken des Umgangs mit Termini werden beschrieben und an exemplarischen Belegen diskursfunktional bestimmt. Ich unterscheide dabei saliente von nicht-salienten Praktiken der Terminologiearbeit. Es zeigt sich, dass sowohl das Definieren als auch der metakommunikative Umgang mit Terminologie eng mit Praktiken der politischen Positionierung und des semantischen Kampfes in politischen Debatten verflochten ist. Schließlich diskutiere ich die Anwendbarkeit sowohl des Verfahrens als auch der Ergebnisse auf die DaF-Didaktik.
The paper describes the meta-linguistic handling of terms in the German Bundestag. It is about the linguistic practice of terminology work in an environment in which terminology work and technical language are constitutive on the one hand, but on the other hand, the persuasive basic function of political language presupposes comprehensibility and general language. On the data basis of the linguistically processed plenary minutes of the German Bundestag, I apply a corpus-hermeneutic procedure. The different practices of dealing with terms are described and discourse-functionally determined on the basis of exemplary evidence. I distinguish between salient and non-salient practices of terminology work. It is shown that both defining and metacommunicative use of terminology are closely intertwined with practices of political positioning and semantic struggle in political debates. Finally, I discuss the applicability of both the procedure and the results to the didactics of German as a foreign language.

