Rezension: BÖKE, KARIN, JUNG, MATTHIAS & WENGELER, MARTIN (Hrsg.), Öffentlicher Sprachgebrauch. Praktische, theoretische und historische Perspektiven
Rezension: BÖKE, KARIN, JUNG, MATTHIAS & WENGELER, MARTIN (Hrsg.), Öffentlicher Sprachgebrauch. Praktische, theoretische und historische Perspektiven
Der Sammelband, Georg Stötzel zum 60. Geburtstag gewidmet, versteht sich als eine Erweiterung und Vertiefung (vgl. S. 11) des von Stötzel u.a. verfaßten und 1995 erschienenen Buches Kontroverse Begriffe. Geschichte des öffentlichen Sprachgebrauchs in der Bundesrepublik Deutschland. Die Herausgeberin und die Herausgeber, wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Deutsche Philologie und Linguistik der Heinrich-HeineUniversität Düsseldorf, wollen an Stötzels Arbeit anknüpfen, indem sie die gesellschaftliche Bedeutsamkeit des öffentlichen Sprachgebrauchs wiederum thematisieren und anhand linguistischer Analysen die politische Dimension der Sprache zu erhellen versuchen. Als politisch relevant betrachten sie die Sprache vor allem, weil diese im Prozeß der Meinungsbildung "kein beliebiger 'Code', kein zufälliges Hilfsmittel zum Gedankenaustausch" ist. Vielmehr: Das "Werkzeug Sprache wirkt auf den Verlauf des öffentlichen Diskurses und seine gesellschaftlichen Folgen selbst ein" (S. 9). Sprache ist in diesem Sinn nicht nur ein Instrument zur Meinungsvermittlung, sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Meinungskonstitution des einzelnen und somit der öffentlichen Willensbildung.

