Messunsicherheit im Kundtschen Rohr
Messunsicherheit im Kundtschen Rohr
Das Kundtsche Rohr bietet die Möglichkeit, den Schallabsorptionsgrad von Schaumstoffen schnell und kostengünstig zu bestimmen. Obwohl es durchaus auch Rohre mit quadratischem Querschnitt gibt, sind Rohre mit Kreisquerschnitt verbreiteter. Kritisiert wird die Methode, den Schallabsorptionsgrad in einem Kundtschen Rohr zu messen, oft deshalb, weil sie nur Messungen bei senkrechtem Schalleinfall erlaubt, welcher in der Praxis kaum auftritt. Nichtsdestotrotz wird das Verfahren nahezu immer angewendet, um zumindest einen ersten Eindruck vom Material zu bekommen. Der Kostenvorteil durch die kleinen Materialproben im Vergleich zu Messungen im Hallraum ist immens.
Die Bezeichnung Kundtsches Rohr ist nicht konsequent in der Literatur geregelt. So lautet der Titel der Norm DIN 10534-2: „Bestimmung der Schallabsorption in Impedanzrohren“ [1], wohingegen das Prinzip der Wellentrennung, wie bei der 2-Mikrofonmethode erforderlich, beispielsweise im Buch „Technische Akustik“ [2] unter dem Kapitel „Messungen im Kundtschen Rohr“ geführt wird. In dieser Veröffentlichung wird der Begriff Kundtsches Rohr verwendet.
Die auf der Tagung präsentierten Ergebnisse wurden mit einem Rohr erzielt, bei dem der Absorptionsgrad nach der 2Mikrofonmethode aus den Übertragungsfunktionen berechnet wird. Die Berechnungsmethode, ebenso wie das Vorgehen beim Messen selbst, ist in der gültigen Norm [1] beschrieben. Warum also dieser Beitrag? Trotz Normung treten bei den Messungen – in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern, auf die hier eingegangen werden soll – starke Abweichungen im gemessenen Absorptionsgrad auf.

