When Service Robots Enter the Workplace: Providing Information to Humanoid and Android Robots
When Service Robots Enter the Workplace: Providing Information to Humanoid and Android Robots
Service robots are on the rise and are increasingly being used by companies in the workplace and at the customer interface. Recent developments in AI are enhancing the capabilities of service robots. In the workplace, service robots can be used by knowledge workers, i.e., employees who use knowledge as a powerful resource to perform tasks. At the customer interface, service robots are especially on the rise in retail, health care, food service, and hospitality. However, it is unclear how knowledge workers and external customers provide personal information to service robots, especially in the light of growing privacy concerns. Therefore, the overall goal of this dissertation is to investigate privacy concerns and patterns of information disclosure in customer-robot interactions. A particular focus is on android service robots, which look very much like human service providers. The behavior of knowledge workers and external customers towards these android robots is compared to both humanoid robots and human employees. Thus, this dissertation contributes to scientific research at the interface between marketing management and human-robot interaction.
With both types of robots, experimental studies were conducted in the workplace, where the service robots performed autonomous tasks in the HR department. Study 1 describes the preparation of these service robots for autonomous customer-robot interactions in the workplace from a design science perspective. Study 2 contributes to the overall goal of this dissertation by examining the influence of privacy concerns on the reluctance to provide personal information in a field experiment. The results show that privacy concerns do not prevent knowledge workers from working with service robots for long periods of time, nor do they mirror actual information reluctance. As the task complexity of customer-robot interactions increases, privacy concerns increase, but information reluctance decreases. There are also differences in the behavior of knowledge workers when providing personal information to humanoid robots versus android robots, depending on task complexity.
Study 3 contributes to the overall goal of this dissertation by examining the conversational flow in the interactions with the service robots using video analysis of the field experiment. It can be seen that knowledge workers show more variation in verbal and nonverbal forms of expression when talking to android robots than when talking to humanoid robots.
In addition to the field experiment in the workplace, further studies have been conducted with the service robots. Study 4 deals with the effect of social influence on information disclosure when interacting with service robots. It turns out that customers are more willing to provide personal information to android robots when they have previously observed this behavior from peers.
Study 5 contributes to the overall goal of this dissertation by introducing a new theoretical concept to research on service robots and information disclosure, the so-called "Blurring Paradox". Based on political speeches in which politicians talk a lot but say little, it is suggested that customers may also tend to talk a lot but say little when interacting with a service robot.
In addition to introducing this theoretical concept, this dissertation integrates various theoretical perspectives from different research disciplines, such as the CASA paradigm, task-technology-fit theory, communication accommodation theory, and social impact theory. In addition, this dissertation provides methodological contributions by introducing a scale for measuring the conversational flow when interacting with service robots. From a content-related perspective, the different studies show that employees and external customers adapt the way they provide information depending on whether they are interacting with a service robot or a human service provider. Thus, this dissertation contributes to scientific research and managerial practice in several important ways.
Dienstleistungsroboter sind auf dem Vormarsch und werden von Unternehmen zunehmend am Arbeitsplatz und im Kundenkontakt eingesetzt. Am Arbeitsplatz können Dienstleistungsroboter von Wissensarbeiterinnen genutzt werden, d.h. von Mitarbeiterinnen, die Wissen als leistungsfähige Ressource zur Erfüllung ihrer Aufgaben nutzen. Kundinnen können mit Servicerobotern im Einzelhandel, im Gesundheitswesen, in der Gastronomie oder im Hotelgewerbe interagieren. Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz sorgen dafür, dass die Fähigkeiten von Dienstleistungsrobotern immer besser werden. Allerdings ist unklar, inwieweit Wissensarbeiterinnen und externe Kundinnen bereit sind, persönliche Informationen mit Dienstleistungsrobotern zu teilen, auch vor dem Hintergrund wachsender Datenschutzbedenken. Das übergeordnete Ziel der Dissertation ist es daher, Datenschutzbedenken und die Preisgabe persönlicher Informationen in der Mensch-Roboter-Interaktion zu untersuchen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf androiden Dienstleistungsrobotern, die Menschen sehr ähnlich sehen. Das Verhalten von Wissensarbeiterinnen und externen Kundinnen gegenüber diesen androiden Robotern wird im Rahmen der Dissertation sowohl mit humanoiden Robotern als auch mit menschlichen Dienstleisterinnen verglichen. Damit leistet die Dissertation einen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung an der Schnittstelle zwischen Marketingmanagement und Mensch-Roboter-Interaktion.
In methodischer Hinsicht wurden mit den beiden Robotertypen experimentelle Studien am Arbeitsplatz durchgeführt, bei denen die Dienstleistungsroboter autonome Aufgaben im Personalmanagement übernommen haben. Studie 1 beschreibt zunächst aus einer Gestaltungsperspektive, wie ein solcher Einsatz von humanoiden und androiden Robotern am Arbeitsplatz vorbereitet werden kann. Studie 2 trägt zum übergeordneten Ziel der Dissertation bei, indem der Einfluss von Datenschutzbedenken auf die Preisgabe persönlicher Informationen in einem Feldexperiment untersucht wird. In der Interaktion mit Dienstleistungsrobotern zeigt sich, dass die Datenschutzbedenken Wissensarbeiter*innen weder davon abhalten, über einen längeren Zeitraum mit Dienstleistungsrobotern zu arbeiten, noch sich in einer Zurückhaltung bei der Preisgabe von Informationen widerspiegeln. Je komplexer die Aufgaben sind, die von Dienstleistungsrobotern übernommen werden, desto größer sind die Datenschutzbedenken, aber desto geringer ist die Informationszurückhaltung. Auch die Präferenz der Beschäftigten, persönliche Informationen eher mit humanoiden Robotern oder mit androiden Robotern zu teilen, unterscheidet sich je nach Komplexität der Aufgaben.
Studie 3 trägt zum übergeordneten Ziel der Dissertation bei, indem anhand von Videoanalysen der Gesprächsfluss in der Mensch-Roboter-Interaktion untersucht wird. Es zeigt sich, dass Wissensarbeiter*innen im Gespräch mit androiden Robotern eine höhere Variation in verbalen und nonverbalen Ausdrucksformen zeigen als im Gespräch mit humanoiden Robotern.
Neben diesen drei Studien im Kontext des Feldexperiments am Arbeitsplatz wurden weitere Untersuchungen mit den Dienstleistungsrobotern durchgeführt. Studie 4 beschäftigt sich mit dem Effekt des sozialen Einflusses auf die Informationspreisgabe bei der Interaktion mit Dienstleistungsrobotern. Es zeigt sich, dass die Kundinnen eher bereit sind, persönliche Informationen mit androiden Robotern zu teilen, wenn sie dieses Verhalten zuvor bei anderen Kundinnen beobachtet haben.
Studie 5 trägt zum übergeordneten Ziel der Dissertation bei, indem im Hinblick auf die Informationspreisgabe ein neues theoretisches Konzept in die Forschung zu Dienstleistungsrobotern eingeführt wird, das sogenannte „Blurring Paradox“. In Analogie zu politischen Reden, in denen viel geredet, aber wenig gesagt wird, zeigt sich, dass auch Kund*innen in der Interaktion mit einem Dienstleistungsroboter dazu neigen können, viel zu reden, aber wenig zu sagen.
Neben der Einführung dieses theoretischen Konzepts verbindet die Dissertation verschiedene theoretische Perspektiven aus unterschiedlichen Forschungsdisziplinen, wie z.B. das CASA-Paradigma, die Task-Technology-Fit Theorie, die Kommunikationsakkommodationstheorie, oder die Theorie des sozialen Einflusses. Darüber hinaus leistet die Dissertation einen methodischen Beitrag durch die Einführung einer Skala zur Messung des Gesprächsflusses in der Interaktion mit Dienstleisungsrobotern. Insgesamt zeigt sich, dass Wissensarbeiterinnen und externe Kundinnen ihre Informationspreisgabe anpassen, je nachdem, ob sie mit Dienstleistungsrobotern oder menschlichen Dienstleister*innen interagieren. Damit liefert die vorgelegte Dissertation in mehrfacher Hinsicht wichtige Erkenntnisse für Wissenschaft und Praxis.
