Zur Bedeutung des kritischen Anthropomorphismus in der holistischen Umweltethik nach Martin Gorke : Der Weg zu reflektierter Handlungsorientierung statt Begründungsdilemmata
Zur Bedeutung des kritischen Anthropomorphismus in der holistischen Umweltethik nach Martin Gorke : Der Weg zu reflektierter Handlungsorientierung statt Begründungsdilemmata
Die Masterarbeit untersucht die Rolle des „kritischen Anthropomorphismus“ im Rahmen der holistischen Umweltethik Martin Gorkes. Im Zentrum steht die Frage, wie sich ein Perspektivwechsel vollziehen lässt, der über anthropozentrische und pathozentrische Ansätze hinausgeht und der gesamten Natur – inklusive unbelebter Entitäten – moralische Berücksichtigungswürdigkeit zuspricht. Alexander Geis entwickelt in Auseinandersetzung mit Gorkes Konzept des Eigenwerts der Natur eine theoretische Fundierung und praxisnahe Ausgestaltung dieses Perspektivwechsels. Der kritische Anthropomorphismus wird dabei als methodisches Mittel vorgestellt, um über Analogiebildung und Selbstreflexion zu einer reflektierten, empathischen Handlungsorientierung gegenüber der Mitwelt zu gelangen. Die Arbeit beleuchtet sowohl die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen als auch praktische Herausforderungen eines solchen Ansatzes und diskutiert die Relevanz für die Erweiterung der Moralgemeinschaft – bis hin zur Berücksichtigung künstlicher Entitäten.
This master's thesis explores the role of "critical anthropomorphism" within Martin Gorke's framework of holistic environmental ethics. The central question concerns how a shift in perspective can be achieved—one that moves beyond anthropocentric and pathocentric approaches to grant moral considerability to all of nature, including non-living entities. Engaging with Gorke’s concept of nature’s intrinsic value, Alexander Geis develops both a theoretical foundation and a practical articulation of this ethical shift. Critical anthropomorphism is presented as a methodological tool that uses analogy and self-reflection to foster a reflective, empathetic orientation toward the natural world. The thesis examines the epistemological conditions and practical challenges of this approach and discusses its significance for expanding the moral community—even to include artificial entities.

