Flächenbereitstellung für die Renaturierung und naturnahe Entwicklung von Fließgewässern
Flächenbereitstellung für die Renaturierung und naturnahe Entwicklung von Fließgewässern
Die Wasserrahmenrichtlinie fordert einen guten ökologischen und chemischen Zustand der europäischen Gewässer bis spätestens 2027. Bisher verfehlt Deutschland dieses Ziel jedoch deutlich, was insbesondere auf den Freiwilligkeitsansatz, fehlende personelle und finanzielle Ressourcen sowie mangelnde Flächenverfügbarkeit zurückzuführen ist. Gerade die Flächenverfügbarkeit ist aber eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung und den langfristigen Erfolg von Renaturierungen und Gewässerentwicklungen. Gleichzeitig gilt die Bereitstellung der erforderlichen Flächen als die zeitintensivste und komplexeste Aufgabe bei Renaturierungsprojekten. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, Lösungsansätze zu entwickeln, mit denen die Flächenbereitstellung für die Renaturierung und naturnahe Entwicklung von Fließgewässern zukünftig schneller und damit zielgerichteter gestaltet werden kann. Die Betrachtung beschränkt sich dabei auf Deutschland als Untersuchungsgebiet.
Im Rahmen einer Literaturrecherche wurden die zur Verfügung stehenden Strategien und Instrumente zur Flächenbereitstellung auf ihre Eignung hin untersucht. Dabei stellten sich die Verfahren nach dem FlurbG – insbesondere das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren – als die am besten geeigneten Instrumente zur Flächenbereitstellung für die Renaturierung und naturnahe Gewässerentwicklung heraus, u. a. weil durch die Neuordnung des ländlichen Grundbesitzes optimale Flurstückszuschnitte rund um das Gewässer mit hoher Akzeptanz bei den Eigentümern geschaffen werden können. Aufbauend auf dieser Erkenntnis wurden durch die Analyse und den Vergleich von vier Fallstudien (vereinfachte Flurbereinigungsverfahren aus Südhessen) Faktoren ermittelt, die die Planung und Umsetzung von Renaturierungen begünstigen. Dabei zeigte sich, dass es eine Vielzahl von Erfolgsfaktoren gibt, mit deren Hilfe eine zeitnahe und zielgerichtete Flächenbereitstellung gelingen kann. Basierend auf den Erkenntnissen der Literaturrecherche sowie den Ergebnissen der Fallstudienanalyse wurden abschließend umfassende zielgruppenspezifische Handlungsempfehlungen entwickelt, die auch auf andere Regionen und Bundesländer in Deutschland übertragbar sind.
The Water Framework Directive requires European water bodies to achieve good ecological and chemical status by 2027 at the latest. Until now, Germany has fallen far short of this target, mainly due to the voluntary approach, a lack of human and financial resources and the limited availability of land. However, the availability of land is a key prerequisite for the implementation and long-term success of water body renaturation and development. At the same time, the provision of required land is considered to be the most time consuming and complex task in renaturation projects. The aim of this study is therefore to develop solutions on how the provision of land for water body renaturation and near-natural development can be made faster and thus more targeted in the future. The analysis is limited to Germany as the study area.
A literature review was carried out to assess the suitability of available land provision strategies and instruments. The procedures according to the FlurbG – in particular the simplified land consoli-dation procedure – were found to be the most suitable instruments for providing land for renaturation and near-natural development, partly because the reorganisation of rural land ownership can create optimal parcel layouts around water bodies with a high level of acceptance among the owners. Based on this finding, the analysis and comparison of four case studies (simplified land consolidation procedures from southern Hesse) identified factors that favour the planning and implementation of renaturation. It was found that there are a large number of success factors that can contribute to the timely and targeted provision of land. Using the findings of the literature review and the results of the case study analysis, comprehensive target group-specific recommendations were developed, which can also be transferred to other regions and federal states in Germany.

