Klima-Aktivismus und die demokratische Konsensfindung. Kommunikative Vernunft nach Habermas in der sozial-ökologischen Transformation
Klima-Aktivismus und die demokratische Konsensfindung. Kommunikative Vernunft nach Habermas in der sozial-ökologischen Transformation
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwiefern Aktionen des zivilen Ungehorsams eine legitime Form der kommunikativen Vernunft nach Habermas sind. Anhand einer klimaaktivistischen Aktion von Fridays for Future im Deutschen Bundestag wird beispielshaft untersucht, ob derartige Aktionen einer demokratischen Konsensfindung zwischen Zivilgesellschaft und Legislative dienen oder diese verhindern. Die Analyse verdeutlicht, dass die Aktivist:innen in diesem Fall entgegen dem habermas‘schen Ideal eher mit Disruption anstatt vernünftiger Kommunikation ihren Standpunkt vertreten haben. Gleichzeitig wird festgehalten, dass das Ideal vernünftiger Kommunikation nach Geltungsansprüchen für die politische Partizipation der Zivilgesellschaft nicht zwingend erforderlich ist, sofern derartige Aktionen einen neuen Diskursraum öffnen. Problematisch im untersuchten Fall ist jedoch, dass die Legislative genau das nicht tut, sondern um Beendigung der Aktion bittet.

