Pädagogik und Universalienstreit : zur Bedeutung von F. I. Niethammers pädagogischer "Streitschrift"
Pädagogik und Universalienstreit : zur Bedeutung von F. I. Niethammers pädagogischer "Streitschrift"
In der gegenwärtigen Diskussion um die Deformation organisierter pädagogischer Prozesse muss jede einem humanen Überleben der Menschheit verpflichtete Anstrengung am Begriff der Bildung festhalten. Bildung als Prinzip der Pädagogik ist angemessen nur bestimmt als Selbstsetzung der Menschen zum Subjekt ihrer Angelegenheiten. Dagegen steht Anpassung. Daher arbeitet Pädagogik seit ihrem bürgerlichen Ursprung im Widerspruch von Bildung und Herrschaft. Gegen die historisch notwendige Tendenz, Pädagogik als Instrument der Anpassung in den Dienst der Herrschaft zu stellen, rekonstruiert "Pädagogik und Universalienstreit" den systematischen Grund des Widerspruchs. Dazu bedient sich die Arbeit der Streitschrift F. I. Niethammers als eines Schlüsseltextes. Die Rekonstruktion stößt dabei auf die bildungstheoretische Form des Universalienstreits: wie unter der nominalistischen Bedingung individueller Selbstbestimmung universelle Grundsätze in der Subjektbildung zu denken sind. Es zeigt sich, dass die kulturkritische Bestimmung objektiver Allgemeinheit zur Bedingung der Möglichkeit der Freiheit aller wird.

