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Inequality and Financial Stability in an Agent-Based Model

Fischer, Thomas :
Inequality and Financial Stability in an Agent-Based Model.
Technische Universität, Darmstadt
[Ph.D. Thesis], (2015)

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Item Type: Ph.D. Thesis
Title: Inequality and Financial Stability in an Agent-Based Model
Language: English
Abstract:

The dissertation "Inequality and Financial Stability in an Agent-Based Model" considers the effect of inequality on financial stability by means of an Agent-Based model.

In section 2, an overview of the theoretical and the empirical literature of the subject is provided. In particular, the recent financial crisis is displayed. In the context of rising inequality, a bust in real estate markets emerged, which also witnessed the participation of low-income households due to deteriorating lending standards. The increased disparity of current accounts can also be partly attributed to the increased inequality. While the increased deficits in the USA and the European periphery result to a large extent from the increased import of credit for low-income individuals, the increased surpluses of China and Germany can be partly rationalized by means of a savings glut of high-income households.

Section 3 provides an overview of the theoretical literature dealing with this subject. This overview differentiates between several strands of literature ranging including literature from the field of Post-Keynesian theory. In particular, Heterogeneous Agent Models - an extension of classical growth models with heterogeneous agents - are contrasted with Agent-Based Models (ABMs). The latter category - also used in this work - differentiates especially due to the assumption of behavioral decision rules and the discussion of non-linear complex dynamics.

Section 4 provides a literature overview on the consumption and savings decision, building the theoretical foundation of our model. Besides pointing to the most important determinants, the question under which conditions debt can be sustainable is considered. In the context of inequality, the Relative Income Hypothesis is of utter importance as it predicts that individual level of consumption depends on the consumption level of other agents.

The underlying model is derived and discussed in section 5. The key ingredients are the consumption/savings decisions and the trading rules in a market for durables. Based on a slightly simplified model, closed-form conditions for financial stability are derived and interpreted. In particular, inequality of income contributes to increased financial instability. The latter category can be further decomposed into instability of debt and of durable markets. Moreover, we present the closed-form relationships between stock and flow variables and the resulting impacts on the interaction between personal and functional distribution of income as well as the interaction between income and wealth inequality.

The complex model dynamics can only be totally captured by means of numerical simulations (section 6). An important factor driving the aggregate dynamics is the concrete form of delveraging taken by over-indebted households being either in the form of massive consumption decreases (Austerity) or fire sales of durables both feeding back to other households. The goodness of the model is evaluated by its ability to reproduce stylized facts, while robustness is tested by means of parameter variation.

Section 7 takes the developed models to discuss policy actions. In particular, different forms of redistribution are investigated. The most common form of impacting on the distribution of income is the tax and transfer system. The discussion is embedded in a literature review of the economics of taxation. The model shows that stronger redistribution by indirectly increasing the minimum consumption level can increase the indebtedness and thereby increase financial instability - finally being welfare reducing.

Section 8 provides a critical summary of the complete work.

Alternative Abstract:
Alternative AbstractLanguage
Die Dissertation Inequality and Financial Stability in an Agent-Based Model – zu Deutsch Ungleichheit und Finanzstabilität in einem agentbasierten Modell - untersucht die Wirkung von Ungleichheit auf Finanzstabilität mit Hilfe eines agentenbasierten Modells. Nach einer knappen Einführung in die Thematik gibt Abschnitt 2 der Arbeit einen Überblick über die theoretische und empirische Literatur, die sich mit diesem Zusammenhang beschäftigt. Insbesondere wird der Verlauf der jüngsten Finanzkrise nachgezeichnet. Vor dem Hintergrund steigender Einkommensungleichheit fand in vielen Staaten ein Immobilienboom statt, an dem auch Haushalte mit niedrigen Einkommen partizipieren konnten, da Kreditvergabekriterien aufgeweicht wurden. Auch die steigende Disparität in den Leistungsbilanzsalden wird zum Teil auf die gestiegene Ungleichheit zurückgeführt. Die erhöhten Leistungsbilanzdefizite in den USA und in der Peripherie der Euro-Zone resultierten im hohen Umfang aus dem Import von Krediten, welcher von Beziehern von Niedrigeinkommen nachgefragt wurde. Auf der anderen Seite sind die erhöhten Überschüsse in China und Deutschland unter anderem aus der Sparschwemme (savings glut) vermögender Haushalte zu erklären. Abschnitt 3 stellt die Fragestellung der Arbeit in den Kontext der theoretischen Literatur. Hierbei wird ein differenzierter Überblick über verschiedene Literaturstränge einschließlich der heterodoxen Literatur in der Post-Keynesianischen Tradition gegeben. Insbesondere werden heterogene Agentenmodelle (HAM) - eine Erweiterung des neo-klassischen Wachstumsmodells mit heterogenen Individuen - den Agenten-Basierten Modellen (ABM) gegenübergestellt. Letztere – welche auch in dieser Arbeit verwendet werden – unterscheiden sich von HAM vor allem über die Annahme von verhaltensökonomischen Regeln und die Betrachtung von nicht-linearen komplexen Dynamiken. In Abschnitt 4 wird ein umfassender Überblick über die Modellierung der Konsum- und Sparentscheidung gegeben, welche die theoretische Grundlage für das Modell darstellt. Neben den wichtigsten Einflussfaktoren wird auch untersucht, unter welchen Bedingungen Verschuldung nicht grenzenlos wächst und somit nachhaltig sein kann. Im Zusammenhang mit Ungleichheit ist insbesondere die Bedeutung der Relativen Einkommenshypothese hervorzuheben, der zufolge Individuen ihr Konsumniveau an das Konsumniveau anderer Individuen anpassen. Das Modell wird in Abschnitt 5 aufgestellt und diskutiert. Im Zentrum stehen die Konsum- und Sparentscheidung sowie die Handelsregeln an einem Markt für ein Vermögensgut. Auf Basis einer vereinfachten Version des Modells werden Determinanten für Finanzstabilität identifiziert und interpretiert. Insbesondere trägt erhöhte Einkommensungleichheit in dem Modell zu erhöhter Finanzinstabilität bei. Instabilität wird zudem in die Unterkategorien Stabilität von Verschuldung und Blasen am Markt für Vermögensgüter aufgegliedert. Des Weiteren wird die Beziehung zwischen Strom- und Bestandsgrößen analytisch diskutiert. Auf dieser Grundlage können auch Beziehungen zwischen personeller Einkommens-Verteilung und funktioneller Verteilung (Lohn- und Kapitaleinkomen) sowie zwischen Einkommens- auf Vermögensungleichheit dargestellt werden. Die komplexen Modelldynamiken können nur in numerischen Simulationen erfasst werden. Dies geschieht in Abschnitt 6. Entscheidend für die Dynamik ist insbesondere die Reaktion überschuldeter Haushalte, da etwa massive Konsumzurückhaltung oder Panikverkäufe von Vermögensgegenständen auch Rückkoppelungseffekte zu anderen Haushalten haben. Die Güte des Modells wird anhand seiner Fähigkeit empirische Fakten wiederzugeben untersucht, während die Robustheit des Modells durch Parametervariationen überprüft wird. Abschnitt 7 nutzt das Modell um Politikempfehlungen zu evaluieren. Insbesondere werden verschieden Formen der Umverteilung untersucht. Die gängigste Form der Beeinflussung der Verteilung findet über das Steuer- und Transfersystem statt. Diese Systeme werden auf Basis einer breiten Literaturübersicht diskutiert. In dem Modell zeigt sich, dass verstärkte Umverteilung den Mindestkonsumstandard erhöhen kann und somit mit erhöhte Verschuldung sowie erhöhte finanzielle Instabilität auslösen kann. Abschnitt 8 schließt die Arbeit mit einer kritischen Zusammenfassung der Ergebnisse.German
Place of Publication: Darmstadt
Classification DDC: 300 Sozialwissenschaften > 330 Wirtschaft
Divisions: 01 Law and Economics
01 Law and Economics > Volkswirtschaftliche Fachgebiete
01 Law and Economics > Volkswirtschaftliche Fachgebiete > Fachgebiet Makroökonomie und Finanzmärkte
Date Deposited: 05 May 2015 09:30
Last Modified: 05 May 2015 09:30
URN: urn:nbn:de:tuda-tuprints-45368
Referees: Barens, Prof. Dr. Ingo and Neugart, Prof. Dr. Michael
Refereed: 19 March 2015
URI: http://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/id/eprint/4536
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