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Corporate Misconduct and the Impact of Market Forces, Regulatory Change, and Auditor-Provided Services

Friedrich, Christian (2021):
Corporate Misconduct and the Impact of Market Forces, Regulatory Change, and Auditor-Provided Services. (Publisher's Version)
Darmstadt, Technische Universität,
DOI: 10.26083/tuprints-00017546,
[Ph.D. Thesis]

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Item Type: Ph.D. Thesis
Status: Publisher's Version
Title: Corporate Misconduct and the Impact of Market Forces, Regulatory Change, and Auditor-Provided Services
Language: English
Abstract:

My dissertation addresses the fundamental economic question of whether regulation that restricts free markets can reduce corporate misconduct. I investigate different aspects of this issue in four related papers. They use different theories that all relate to basic economic decision-making theory. If the expected benefits of rule-abiding behavior or the expected costs of misconduct increase, decision-makers tend to develop a greater preference for rule-abiding behavior over misconduct and vice versa. Conversely, if the expected benefits of misconduct or the expected costs of rule-abiding behavior increase, decision-makers prefer misconduct. I study three forces, for which I argue that they may influence the balance of these four groups of benefits and costs. The two ends of a spectrum of regulation, regulatory changes and free market forces, can each shape the expectations of the decision-maker. As a third force, the auditor as a monitor in markets with information asymmetries can curb misconduct emerging from the abuse of these asymmetries. Because both regulation and free markets also shape auditor behavior, auditor-provided services are an indirect, third channel, through which the first two forces also affect behavior. In my first paper, I conduct an experiment on perceptions of managers regarding misconduct punishment. I ask 71 board members of German listed companies about their expectations of detection likelihood and punishment severity upon detection. My findings suggest that detection perceptions are larger than estimates of factual detection likelihood from prior literature. However, managers underestimate both individual and organizational punishment severity. In an experiment with only 28 of the board members, I further find that teaching them about factual losses in market value for fraudulent firms decreases their tendency to commit misconduct. However, this is not the case when I also teach them about factual individual consequences for the perpetrator. In conclusion, I find that existing market forces are surprisingly strong, but biased perceptions make them ineffective. The second paper is an in-depth qualitative study of how non-financial firms install anti-money laundering systems. Based on interviews in eight multinational organizations, I develop a Grounded Theory of the implementation process. A key takeaway is that the implementation benefits from clear regulatory structure and guidance. While I find that similar guidance can emerge among peers in the free market, I find some clear indications that regulation is important for effective systems designed to curb misconduct in this case. My third paper contains another experiment. It studies reactions of 128 private investors to a company that suspects misconduct internally when internal investigation and public detection are certain. The company can either obtain a credibility signal from using forensic services from a Big 4 to investigate or investigate with internal audit. The issue and investigation become public either by self-disclosure of the company or a press article. I find that, when the company engages the forensic services, self-disclosure improves investor perceptions over press disclosure. With the internal audit investigation, this is not the case. In the context of this dissertation, the unregulated market for forensic accounting can thus provide an improvement for investors and arguably the public (through greater transparency) under the strong assumptions of certain investigation and detection. The fourth and final paper contains an archival analysis of two non-audit service scandals of KPMG. I aim to study whether, through reputation effects, the negative signals from these scandals spill over to the audit practice of KPMG. If this were the case, it would suggest that some market forces are strong enough to deter misconduct even across the different domains in which a company is active. In a short-term event study, I find abnormal negative returns for the average KPMG audit client. However, in longer-term analysis, I find that KPMG does not significantly lose clients or gain fewer clients in the first year after the scandals. Similarly, audit fees do not change. However, for the second scandal, there is some evidence that audit quality suffers. In conclusion, I infer a small reputation spillover from my results that has no substantial economic consequences for KPMG.

Alternative Abstract:
Alternative AbstractLanguage

In meiner Dissertation beschäftige ich mich mit der fundamentalen ökonomischen Fragestellung, ob Regulierung, welche freie Märkte einschränkt, Wirtschaftskriminalität verhindern kann. Ich beleuchte verschiedene Aspekte dieser Fragestellung in vier miteinander verbundenen Artikeln. Diese nutzen verschiedene Theorien, die alle auf die grundlegende ökonomische Entscheidungstheorie zurückgehen. Sofern der erwartete Nutzen von regelkonformem Verhalten oder die erwarteten Kosten von Wirtschaftskriminalität steigen, neigen Entscheidungsträger dazu, eine stärkere Präferenz für regelkonformes Verhalten zu entwickeln. Im Gegensatz dazu bevorzugen Entscheidungsträger Wirtschaftskriminalität, wenn der erwartete Nutzen von Wirtschaftskriminalität oder die erwarteten Kosten von regelkonformem Verhalten steigen. Ich untersuche drei Einflussfaktoren, für welche ich Argumente vorbringe, dass sie das Gleichgewicht dieser vier Arten von Nutzen und Kosten beeinflussen können. Als zwei Enden des Spektrums möglicher Regulierung können Regulierungsänderungen und freie Marktkräfte jeweils die Erwartungen des Entscheidungsträgers ändern. Als dritter Einflussfaktor kann der Wirtschaftsprüfer als Überwachungsinstitution in Märkten mit Informationsasymmetrien Wirtschaftskriminalität verhindern, die solche Informationsasymmetrien ausnutzt. Da sowohl Regulierungsänderungen als auch freie Marktkräfte das Verhalten des Wirtschaftsprüfers prägen, sind Leistungen des Wirtschaftsprüfers ein indirekter, dritter Weg, durch den die ersten beiden Einflussfaktoren Verhalten beeinflussen. Mein erster Artikel enthält ein Experiment über die Wahrnehmungen von Vorständen bezüglich Wirtschaftskriminalität und deren Bestrafung. Ich befrage 71 Vorstände börsennotierter deutscher Unternehmen zu ihren Erwartungen bezüglich der Wahrscheinlichkeit, dass Wirtschaftskriminalität entdeckt wird, und der Höhe der Strafe bei Entdeckung. Meine Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Vorstände aus bestehender Forschung entnommene tatsächliche Entdeckungswahrscheinlichkeiten überschätzen. Allerdings unterschätzen die Vorstände die Höhe von Strafen auf individueller und Unternehmensebene. Im anschließenden Experiment mit nur noch 28 Vorständen finde ich heraus, dass die Neigung der Vorstände zu Wirtschaftskriminalität dadurch gesenkt werden kann, dass sie über die tatsächlich drohenden Strafen auf Unternehmensebene aufgeklärt werden. Dieser Effekt verschwindet, wenn die Vorstände zusätzlich über die tatsächlich drohenden individuellen Strafen aufgeklärt werden. Zusammenfassend finde ich überraschend wirkungsvolle Marktkräfte, die allerdings ihre volle Wirkung aufgrund verzerrter Wahrnehmungen in der Praxis nicht entfalten. Der zweite Artikel enthält eine tiefgründige qualitative Untersuchung der Einführung von Geldwäschepräventionssystemen in Industrieunternehmen. Ausgehend von Interviews mit acht internationalen Konzernen entwickele ich eine „Grounded Theory“ des Einführungsprozesses. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass die Implementierung von klaren regulatorischen Strukturen und Anwendungshinweisen profitiert. Obwohl ich herausfinde, dass ähnliche Strukturen auch innerhalb von Branchennetzwerken ohne Regulierung entstehen können, gibt es klare Hinweise darauf, dass Regulierung wichtig für die Entstehung effektiver Systeme zur Verhinderung von Wirtschaftskriminalität ist. Mein dritter Artikel basiert erneut auf einem Experiment. Es untersucht die Reaktionen von 128 Privatinvestoren auf ein Unternehmen mit einem Betrugsverdacht unter der Bedingung, dass eine interne Untersuchung sowie eine öffentliche Berichterstattung darüber sicher sind. Das Unternehmen kann sich für ein Glaubwürdigkeitssignal durch die Beauftragung von Forensic Services einer Big 4 für die interne Untersuchung entscheiden oder für eine interne Untersuchung durch die Interne Revision. Der Verdacht und die Untersuchung werden entweder durch das Unternehmen selbst oder von der Presse öffentlich berichtet. Ich finde heraus, dass sich die Wahrnehmung der Investoren von Unternehmen, die Forensic Services beauftragen, verbessert, wenn diese die Veröffentlichung selbst vornehmen und nicht die Presse zuvorkommen lassen. Dies ist nicht der Fall, wenn die Interne Revision die Untersuchung durchführt. Im Rahmen dieser Dissertation kann dies als Indiz dafür verstanden werden, dass der unregulierte Markt für Forensic Services unter den engen Annahmen einer sicheren Untersuchung und Berichterstattung einen positiven Beitrag zur Investorenwahrnehmung und möglicherweise, durch erhöhte Transparenz, zum öffentlichen Wohl beitragen kann. Der vierte und letzte Artikel berichtet eine Archivstudie von zwei Skandalen im Rahmen von Nichtprüfungsleistungen von KPMG. Ich untersuche ob sich die negativen Signale dieser Skandale aufgrund von Reputationseffekten auf die nicht direkt betroffene Abschlussprüfungspraxis von KPMG auswirken. Sofern dies der Fall wäre, würde dies darauf hindeuten, dass Marktkräfte in nur einem Bereich der Tätigkeit von Organisationen in solchen Fällen stark genug sind, um Wirtschaftskriminalität in allen Tätigkeitsbereichen dieser Organisationen zu verhindern. Eine kurzfristige Eventstudie ergibt negative abnormale Renditen für den durchschnittlichen Prüfungsmandanten von KPMG. Allerdings zeigt die Analyse längerfristiger Effekte, dass KPMG im jeweiligen Jahr nach den Skandalen keine signifikanten Mandantenverluste oder geringere Mandantengewinne hinnehmen muss. Genauso wenig ändern sich die Prüfungshonorare. Jedoch gibt es Anzeichen darauf, dass die Prüfungsqualität nach dem zweiten Skandal sinkt. Insgesamt schlussfolgere ich aus den Ergebnissen, dass es einen kleinen Reputationseffekt über Tätigkeitsbereiche hinweg gibt, der keine substantiellen ökonomischen Konsequenzen für KPMG hat.

German
Place of Publication: Darmstadt
Collation: XVI, 123 Seiten
Classification DDC: 300 Sozialwissenschaften > 330 Wirtschaft
Divisions: 01 Department of Law and Economics > Betriebswirtschaftliche Fachgebiete > Fachgebiet Rechnungswesen, Controlling und Wirtschaftsprüfung
Date Deposited: 03 Mar 2021 12:01
Last Modified: 03 Mar 2021 12:01
DOI: 10.26083/tuprints-00017546
URN: urn:nbn:de:tuda-tuprints-175465
Referees: Quick, Prof. Dr. Reiner and Schiereck, Prof. Dr. Dirk
Refereed: 27 January 2021
URI: https://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/id/eprint/17546
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