Rezension: Albert, Ruth; Koster, Cor J. (2002), Empirie in Linguistik und Sprachlehrforschung. Ein metho- dologisches Arbeitsbuch
Rezension: Albert, Ruth; Koster, Cor J. (2002), Empirie in Linguistik und Sprachlehrforschung. Ein metho- dologisches Arbeitsbuch
Bei der anhaltenden Auseinandersetzung um die Frage, ob es sich bei ‚Deutsch als Fremdsprache’ um ein bloßes Anwendungsgebiet etablierter Forschungsdisziplinen wie der germanistischen Linguistik oder der Sprachlehrforschung handelt oder ob wir es hier mit einem eigenen Forschungsgebiet, womöglich gar mit einer eigenen wissenschaftlichen Disziplin zu tun haben, spielt die Problematik der Forschungsmethoden immer wieder eine herausragende Rolle. Das Fach, so heißt es, verfüge bislang nicht über ein klar definiertes und abgegrenztes methodisches Instrumentarium und könne schon aus diesem Grund den Status einer wissenschaftlichen Disziplin nicht für sich in Anspruch nehmen (so z.B. Götze/Suchsland 1996: 69). Sieht man einmal von der aus anderen Gründen problematischen Zuordnung von Wissenschaftlichkeit und Disziplinarität ab, die in solchen Urteilen zumindest implizit enthalten ist (vgl. dazu Altmayer 2004), so ist doch so viel zweifellos richtig: Forschungsmethodische oder –methodologische Fragen sind in unserem Fach nicht übermäßig beliebt. Aller zweifellos vorhandenen Bemühungen zum Trotz fehlt bislang eine über Ansätze hinausgehende breitere methodologische Diskussion auf angemessenem Niveau. Als symptomatisch für dieses Defizit mag die Tatsache angesehen werden, dass forschungsmethodische Fragen beispielsweise in dem ansonsten sehr grundlegenden und ausführlichen Handbuch Deutsch als Fremdsprache (vgl. Helbig/Götze/Henrici/Krumm 2001) so gut wie keine Rolle spielen.

